Gütesiegel-Diskussion Qualität mit Zertifikat - im Geschichtstheater

Geschichte zum Anfassen: Living-History-Darsteller im römischen Freilichtmuseum Kalkriese. © Marcel Schwarzenberger

In die Diskussion: "Gütesiegel für historische Darsteller – ja oder nein?" kommt neuer Schub. Freiburger Forscher bereiten genau das vor. Professor Wolfgang Hochbruck, einer der Projektleiter, stellt den Plan vor.

Aussicht auf Lösung

Zwei Artikel von chronico bringen eine alte Diskussion auf neue Umdrehungen: Ob man es Gütesiegel nennt oder, ein Jahr später Geschichts-Michelin, es gibt nach wie vor eine in dieser Form auch notwendige Suche nach Standards und Richtlinien für die Qualität historischer Darstellungen. Auf mehreren Ebenen: Um Authentizität bemühte Gruppen und Einzeldarsteller rümpfen die Nase vor den sich wie die Karnickel verbreitenden und doch auch zu Recht beliebten Mittelaltermärkten; so genannte Reenactors, die eher auf Spiel und Spaß aus sind, bezeichnen die Authentiker als Fadenzähler und Schlimmeres. Museen lehnen den Einsatz von freien Gruppen gleich ganz ab oder klagen hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand über die Schwierigkeiten, qualitativ hochwertige Gruppen zu bekommen und mehr noch über die Unsicherheit der Qualität dessen, was man (für möglichst billiges Geld natürlich) in der Szene einkauft, um ein paar zuschauerträchtige Events im Jahresprogramm zu haben.

Die Diskussionen in dieser Sache drehen sich unter anderem deshalb im Kreis, weil zum einen manche der Adressaten falsch sind, und weil es zum zweiten für einige der Parameter, über die diskutiert wird – Stichwort Authentizität – schlechterdings keine absolut zu setzenden Bewertungskriterien gibt. Nachfolgend in diesem Zusammenhang ein paar grundsätzliche Anmerkungen, gefolgt von einem Vorschlag für eine denkbare, möglichst faire Lösung.

Fokus liegt auf Museumsarbeit

Es ist nicht sinnstiftend für einen auf historische Authentizität bedachten Living Historian (Vertreter der Living-History-Darstellerszene; Anm. d. Red.) über einen Mittelaltermarkt zu wandern, und sich über die zum Teil groteske Mischung von Zeitschienen und Ausstaffierungen und das veraltdeutschte Marktsprech aufzuregen. Auch ein publikumsträchtiges Reenactment ist kein Ort für Puristen: Es werden sich nicht viele napoleonische Truppen eigens für einen Auftritt, und wäre er in einem Spielfilm (siehe z.B. den „Polizeiruf 110: Die Schlacht“ von 2003), neue Uniformen und Hüte machen lassen, nur weil die Hutform „bicornes“ bei der Schlacht bei Großbeeren 1813 historisch nachweisbar nicht mehr getragen wurde. Umgekehrt sind dort, wo in einem Museum eine Präsentation historischer Anderzeit angestrebt wird, Birkenstock, Armbanduhr und Kassenbrille wirklich fehl am Platze.

Es sind vor allem Museen, die an qualitativ hochwertigen und historisch nach Stand des Wissens einwandfreien Darstellungen interessiert sein müssen. Märkte und mehr noch Stadtfeste und sonstige von Eventagenturen inszenierte Schaustücke schielen letztlich doch zuerst auf den Preis, statten ihre „Stadtwachen“ mit gelb-roten Polyesterklamotten aus (Wolfenbüttel!) und schicken sie so ins Freie, oder holen sich Möchtegern-Konföderierte für ihre „Festungstage“ (Germersheim!) und sind dann selbst schuld.

Museen erfüllen dagegen einen Volksbildungsanspruch und haben von daher eine Verpflichtung. Eine Reihe von Museen, nicht nur Freilicht, arbeitet im Bereich des Geschichts- bzw. Museumstheaters zum Teil bereits seit Jahren gut und vertrauensvoll mit freien Gruppen und Einzelpersonen zusammen. Das Rheinische Freilichtmuseum Kommern, wo Dr. Michael Faber jahrelang Gruppen aus der Napoleonik mit dramatisch entwickelten Szenarien hat auftreten lassen, und das Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim, wo die Gruppe „1476 – Städtisches Aufgebot“ regelmäßig Mittelalterwochen anbietet, sind Beispiele dafür, wie es gehen kann, wenn Qualitätsanspruch und Angebot zusammenpassen bzw. vor Ort zusammengebracht werden.

Forschergruppe erarbeitet Typologie

In diesem Zusammenhang ist erst einmal zu klären, dass es hinsichtlich dessen, was im Angebot sein kann, nicht nur terminologische Unterschiede gibt, und welche. Zu diesem Zweck erarbeitet das „Geschichtstheater“-Projekt der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschergruppe Historische Lebenswelten in populären Wissenskulturen der Gegenwart an der Universität Freiburg eine Typologie dessen, was unter diesem Sammelbegriff gefasst wird. Als Geschichtstheater wird nach derzeitigem Stand von uns alles bezeichnet, was bisher mit zum Satzende absinkendem Qualitätsanspruch unter experimenteller Archäologie, Living History, Reenactment, und LARP abgeheftet wurde, und was als Mittelaltermarkt, historische Stadtführung und als Museumspädagogik irgendwie kostümiertes Geschichts-Spiel beinhaltet. Dazu gehören auch die Spielszenen in den sich explosionsartig vermehrenden TV-Dokufiktionen, dazu gehören Histo-Soaps à la „Schwarzwaldhaus1902“, dazu gehören sogar Zeitzeugenauftritte.

Man merkt: Das gemeinsame Vielfache ist bei dieser Herangehensweise nicht die skaliert auftretende Authentizität der Darstellung, sondern die Darstellung an sich, das Geschichts*theater* eben. Als Vermittlungsinstanz ist Museen besonders an diesem Aspekt gelegen, weshalb sich auch ein ganzer internationaler Fachverband gegründet hat, der als International Museum Theatre Alliance (IMTAL) auch einen europäischen Zweig hat. Museumstheater sind im Unterschied zum Geschichtstheater nur jene Unterformen, die im Museum sinnvollerweise zum Einsatz kommen sollten und können, also hauptsächlich das, was gemeinhin als Living History firmiert.

Experimentelle Archäologie ist forschungs-, nicht vermittlungszentriert, und Reenactors spielen hauptsächlich in ihren eigenen Kriegsfilmen mit – dagegen ist nichts einzuwenden, ich kenne viele ausgezeichnete Living Historians und experimentelle Archäologen, die auch gelegentlich als Reenactors Streitaxt und Muskete schwingen. Aber im Museum, der Vermittlungsinstanz für Geschichtswissen, hat das Schlachten-Karaoke der Reenactments im engeren Sinne nichts verloren. Dass sonst hauptsächlich bei Reenactments auflaufende Gruppen gleichwohl in ebenso anregende wie gelungene Museumstheater-Szenarien eingebunden werden können, haben wiederum die dramatischen Programme im Freilichtmuseum Kommern (s. o.) anschaulich bewiesen.

Bewertung von Authentizität

Konzentrieren wir uns also auf Gruppen und Individuen, die nach Selbst- und möglichst auch Fremdbild einen Standard der materiellen Ausrüstung erreichen, der als Museumsqualität durchgehen könnte. Heißt das zwangsläufig, dass diese auch den Ansprüchen genügen werden, die in einer Vermittlungssituation vor Publikum an sie gestellt werden? Leider nicht zwingend. Manchen steht ihre physische Konstitution im Weg, andere sind einfach keine Schauspielertypen. Auch der ernsthafteste Living Historian ist nicht notwendig ein begnadeter Vermittler. Also doch lieber an-kostümierte „Nachtwächter“ mit Holzhellebarde und Motorradstiefeln; dafür aber mit Stentorstimme und abgebrochener Schauspielschule? Keineswegs.

Es gibt für manche Probleme keine einfachen Lösungen, und dies ist so eines. Ein Ansatz könnte sein, wenn es in Ankündigungsforen eine Art Authentizitätskataster gäbe; eine abgestufte Skala dessen also, was von Veranstaltern erwartet und geboten wird. In den USA etwa reicht für die Bürgerkriegsszene die einfache Bezeichnung „hardcore“ für das um historische Nähe bemühte Ende der Skala, und „mainstream“ für die unter einer Decke schamhaft versteckte Kühlkiste. Daran könnten sich dann Gruppen und Aussteller orientieren.

Keine Alternative zum Gütesiegel

Für die Museumsarbeit aber wäre es enorm wichtig, wenn sich innerhalb der deutschen Histo-Szene und speziell unter den Gruppen und Einzelpersonen, die an Auftritten in Museen interessiert sind, die Idee eines Gütesiegels durchsetzen könnte. Dieses Gütesiegel gäbe dann Auskunft über die historische Ausrichtung, den angestrebten Grad von Authentizität, die dramatische Neigung – spielt die Gruppe eigene Szenen oder erklären sie Objekte und Alltagsverrichtungen?

Zunächst einmal wäre aber zu klären: Wie denn ein solches Siegel schaffen, und: Wer sollte es verleihen? Es gibt, um wieder Marcel Schwarzenberger zu zitieren, bisher „keine neutrale Instanz, die festlegt, was eine qualitativ hochwertige Veranstaltung ausmacht, die ‘erlebte Geschichte’ zum Inhalt hat“ (chronico-Beitrag: „Geschichts-Michelin“). Jedenfalls nicht in Deutschland, und die Versuche von Museen, sich einen Qualitätsstandard und Gütesiegel zuzulegen, bedeuten für Living Historians hauptsächlich, dass diese Museen es sich in Zukunft erst recht nicht mehr werden leisten können, qualitativ materiell oder theatertechnisch schlechte Vorführungen einzukaufen.

In den USA gibt es für Zwecke der Orientierung für Museen und der Qualitätssicherung in der Geschichtstheater-Szene seit Jahren im Rahmen der National Association for Interpretation (NAI) die Möglichkeit, die eigene Darstellung oder die der Gruppe zertifizieren zu lassen. Eine solche Dachorganisation fehlt in Deutschland. Auch eine Organisation wie English Heritage fehlt; wäre allenfalls in den deutschen Denkmalschutzämtern zu verorten – die scheiden jedoch ebenfalls aus, was Marcel Schwarzenberger nachgefragt hat (chronico-Beitrag: „Gütesiegel“), der daraufhin konstatiert: „Eine unabhängige und historisch versierte Institution müsste her.“

Freiburger Forscher als Zertifizierungsstelle?

Ein vorsichtiger Vorschlag könnte nun sein, als Ausgangsplattform einer solchen Institution das oben genannte Freiburger Forschungsprojekt zu benutzen. Dies hätte den Vorteil, dass das Projekt selbst neutral ist, über seine Mitarbeiter theoretische Grundlagen ebenso wie praktische Erfahrungen in verschiedenen Bereichen des Geschichts-, Museums-, Schul- und auch des Normaltheaters aufweist. Und dass zum einen Kontakte in die Szene und zu Museen bestehen, zum zweiten aber auch Fachwissenschaftler und Experten über das Projekt erreicht werden können.

Ziel einer solchen Plattform könnte sein, in einem Zeitraum von etwa drei bis fünf Jahren eine funktionierende Anlaufstelle im Sinne der NAI zu schaffen, an die sich Gruppen und Einzeldarsteller wenden können, um ihre Darstellung zertifizieren zu lassen. Diese Anlaufstelle könnte möglicherweise die Form einer neutralen Agentur als Ausgründung der Forschergruppe annehmen.

Ohne einer konkreten Ausgestaltung einer Zertifizierung unnötig vorgreifen zu wollen, können auf der Basis des oben Angeführten einige Parameter schon jetzt einigermaßen sicher benannt werden. So wird der Prüfbereich sicher über die Frage nach der Authentizität hinausreichen; es müssten für eine Zertifizierung vielmehr wahrscheinlich bis zu vier Schwerpunkte gleichermaßen geprüft werden:

  • materielle Qualität
  • historisches Wissen
  • didaktische Konzepte
  • dramaturgische Vermittlungsfähigkeiten.

Damit wären die wesentlichen für einen qualitativ ansprechenden Auftritt relevanten und für Museumszwecke wie im Zuschauerinteresse unabdingbaren Sach- und Fachgebiete abgedeckt. Sofort wird deutlich, dass weder Wissenschaft noch Geschichtstheaterpraxis einen solchen Beurteilungsrahmen allein abdecken könnten. Um auf jeden Fall den Prozess wie auch die Bewertungen nicht zu sehr zu verwissenschaftlichen, und um ein Moment kreativer Selbstkontrolle einzubauen, sollten deshalb z.B. in der Art eines peer review wechselnde Praktiker aus der Szene zu den Gutachter-Kommissionen eingeladen werden.

So, oder wenigstens so ähnlich, wie man bi os to Huus am Niederrhein sagt: To wit. Es geht nicht darum, dass mit diesem Vorschlag irgendjemand versucht, „das Ruder in die Hand zu nehmen“ („Gütesiegel“). Es geht darum, erst einmal ein Ruder zu schnitzen. Daran können und sollten sich möglichst viele beteiligen: Das Konzept und die möglichen Übertragsformen in die Praxis können live zum Beispiel vom 1. bis 3. Mai 2008 bei der Living-History-Tagung im Freilichtmuseum Kiekeberg weiter diskutiert werden.

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64 Kommentare

  1. Hallo Prof.,
    das klingt nach dem ersten Lesen sehr interessant. Das Ruder würden wir als “Lebendige Geschichte der Pfalz Tilleda” (Ottonenzeit, 10. Jhd.) gerne mitschnitzen. Leider können wir Praktiker aber in den Maitagen nicht nach Kiekeberg kommen, da woanders engagiert. Wo kann die Schnitzwerkstatt entstehen ?
    Mit ottonischen Grüßen
    Torsten Kreutzfeldt

    08. April 2008, 08:04 Uhr • Melden?
  2. Ich sehe es als absolut zu begrüßen, wenn es diesbezüglich akademische Bemühungen gibt. Nichts desto Trotz sehe ich auch einige “zu klärenden Punkte” hinsichtlich der “Vorgaben”. Ich gehe mit allem konform – bis auf die dramaturgische Komponente. Ein “Theater”? Auf welcher Basis? Im Falle des amerikanischen Bürgerkrieges gibt es ja etliches an Bild- und Schriftmaterial, diesbezüglich mag es ja noch vertretbar sein, dies in didaktischer Form publikumswirksam umzusetzen. Was aber macht ein Darsteller vor- und frühgeschichtlicher Kulturen? Soll der Eiszeitjäger eher “Uga, uga!” rufen oder stoisch den edlen Wilden mimen? Soll der Kelte sich kalken und die Haare hochstehen lassen und über die Römer lamentieren? Der griechische Hoplit wiederum über die Keltenplage zu Delphi schwadronieren? Bekiffte Skythen? Rom geht schon wieder “etwas einfacher” in der Darstellung und zwischen römischer und amerikanischer Armeekultur gibt es – so man diversen Militärautoren in West Point Glauben kann – sowieso sehr wenig Unterschiede.;-) Im Falle verläßlicher zeitgenössischer Quellen sehe ich kein Problem, die Lebensweise “rüberzubringen” – aber dort, wo sich schon die Rekonstruktion der Sachkultur als äußerst schwierig darstellt, sollte man ganz weit davon wegkommen, mehr darstellen zu wollen. Die Problematik der schauspielerischen Eignung wurde ja schon angesprochen. Wenn, dann muß es tatsächlich run sein und der Legionär darf keine Spinnenbeine mit Sockenrändern aufweisen, der Kelte muß aussehen, als käme er soeben hinter seinem Pflug hervor (aber die waren ja sowieso alle Krieger und kämpften ganztägig). Was sehen wir denn mehrheitlich? Ich muß mich allein in der darstellenden Keltike arg weit bewegen, bis ich mal einen überzeugenden “Krieger” zu Gesichte kriege. Es genügt eben nicht, sich nur “in Gewandung” martialisch zu geben. Man muß den Eindruck auch vermitteln, wenn man “einfach nur dasteht”. Und das kriegt in der “Szene” kaum einer hin.
    Da sind die kochenden, spinnenden und webenden Frauen um Welten überzeugender als der waffenstarrenste Mann. Meines Erachtens sollte die dramaturgische Komponente gelöscht werden – und ersetzt durch eine “Ausgewogenheit zwischen Lebensunterhalt und Martialismus”. Wenn in der Gruppe ein Schwert gezeigt werden soll, muß es den gleichen rezenten Wert dieser Replike auch in Werkzeug geben. Wenn es eine “Kampfdemo” (geht eh seltenst über Marktgeklimper hinaus) gibt, muß es eine in gleicher Weise geartete Handwerksdemo geben. Und mit einem Klüpfel und Beitel von Dick eine Schale ausstemmen ist keine “Vorführung antiker Handwerkskunst”! Bevor wir Gefahr laufen, den Darstellern eine neue Möglichkeit, die eigene Unzulänglichkeit zu kaschieren, verschaffen, sollten wir uns erst mal dahin bewegen, dass der Mensch sich nicht immer nur gekloppt hat. Und das wir dies auch den Besuchern vermitteln! Aber die meisten sind im Alltag wohl so unzufrieden mit dem “Realleben”, dass sie sich so gerne in der Rolle sähen, in welcher sie das Schwert oder die Brown Bess in Händen halten und die Freiheit in die Welt tragen.
    Solchen Leuten eine museale Plattform zu bieten halte ich persönlich für äußerst gefährlich und wenig wünschenswert. Ich jedenfalls würde wirder zusammenpacken, wenn solche (Selbst-)Darsteller neben mir ihren Auftrag (!) erfüllen (!) würden! Und somit wird keine Kluft verkleinert, sondern gefördert. Und das letzte, was ein Museumsverantwortlicher will (wollen sollte) ist ein Eklat vor Publikum. Dann werden die Ursachen analysiert (Gruppen können nicht miteinander, unhaltbare Zustände, ergo nicht mehr einladen). Dabei sitzt der eigentliche Verantwortliche immer noch auf seinem weisungsbefugtem Platz. Er hat ja dann eine Ausrede: Die hatten alle ihre Zulassung, ich dachte, die ziehen alle am gleichen Strang! Weil ein solches Signum zur Oberflächlichkeit verleitet. Und gerade das wollen wir ja eben nicht. Deswegen sollten wir zunächst mal an der Vernetzung zwischen Museen und Darstellern auf akzeptablen Niveau hinarbeiten. Und die Museumsleute sollen eben nicht nach den Gütesiegeln suchen, sondern sich die Leute genauestens ansehen. Und die Darsteller sollen ihre Arbeiten transparenter gestalten. Ein Arbeitsnachweis ist definitiv wünschenswert (ich persönlich sehe einen solchen sogar als unabdingbar)! Aber bitte kein DSDSD (Deutschland sucht den Super Darsteller)!!!

    08. April 2008, 19:04 Uhr • Melden?
  3. eieiei…

    Die Tippfehler möge man bitte entschuldigen. Komme eben von der Grabung und bin etwas “augenmüde”. .

    08. April 2008, 19:04 Uhr • Melden?
  4. Wie Steve Lenz nehme ich erfreut zur Kenntnis, dass sich die Träger von Museen, zumindest einige, Gedanken nicht nur das Event an sich, sondern auch um die Qualität machen. Gut so, so soll es sein. Aber braucht man ein Gütesiegel? Verliehen von wem? Gibts dann auch einen Dachverband der Living-History-Darsteller mit Vorsitzenden und Schatzmeister, die dann das Gütesiegel verleihen? Welch grausliche Vorstellung.

    Ich betrachte die Qualitätsfrage aus beiden Gesichtswinkeln, aus der des Museums und der des Darstellers. Ich ‘bin’ beides – sowohl tätig für ein archäologisches Museum, Kontakte zu div. süddeutschen Museen, die solche Veranstaltungen betreiben, aber auch mitunter, wenn auch selten, als ‘Darsteller’ unterwegs.

    Man kann sich sicher sein, die Museumsleute sind von sich aus in der Lage, die Qualität zu erkennen. Wenn nicht die Museen, wer denn dann? Man braucht aus diesem Blickwinkel kein Siegel. Da genügt, falls die Gruppe, der Darsteller, wer auch immer, nicht ohnehin schon bekannt ist, ein aussagekräftiger Auftritt im Internet oder eine Bewerbungsmappe. Es ist manchmal schon arg verblüffend, wie hochkreative, handwerklich begabte Leute sich schwertun, ihre Leistung auch als solche darzustellen. Das müssten sie für ein ‘Gütesiegel’ auch – also reicht die Leistungspräsentation an sich bereits aus.
    An Soft Skills würde ich, wie Steve, nicht den Schwerpunkt auf ‘darstellerische’ Qualitäten legen – es würde in vielen Fällen ja schon reichen, wenn die Darsteller nicht regelrecht kontaktscheu wären, nahezu autistisch dem Publikum den Rücken zuwenden und ausser ‘Äh..wenn’s fei Fragen haben, dann fragen’s.’ auch sich mündlich artikulieren könnten. Wichtig ist zudem eine minimierte Streitsucht, falls man schlimmerweise zusammen mit einer anderen Gruppe zusammengespannt wird und sich dann anschließend der Arroganz und Unfähigkeit schilt.
    Ich denke, die Museen würden es sich zu leicht machen, nach einem Gütesiegel zu schielen. Man will sich Arbeit sparen, möglichst sich nicht in das Klein-Klein der Gruppen untereinander einlassen (….verständlich…) und eine eigenverantwortliche Recherche vermeiden.

    Fazit: Gruppen, Teams, Forengemeinschaften: Stellt euch qualifiziert und professional vor und zeigt Eure Leistung. Das reicht. Einen Aufkleber “Geprüfter Geschichtsdarsteller, gültig bis 12-2010” will ich auf meinem Helm nicht haben.

    H.

    08. April 2008, 20:04 Uhr • Melden?
  5. In aller Kürze: Auch ich stimme Ihnen weitgehend zu, Herr Hochbruck, allerdings hat die experimentelle Archäologie per definitionem im Geschichtstheater keinen Platz, auch wenn Sie sie freundlicherweise an die erste Stelle setzen. Wissenschaftliche Experimente eignen sich nicht zur Aufführung vor Publikum. An diese Stelle müsste in Ihrem Projekt die Archäotechnik treten. Wie Steve Lenz schon schreibt, betrifft das in erster Linie die Darstellung der Vor-und Frühgeschichte. Steinzeitliches Leben kann man nicht “vorleben”, man kann es entweder vermitteln oder inszenieren. Für Letzteres muss man sich schon etwas einfallen lassen, edukative Illusion wird ganz schnell albern. Was in der Vermittlungsarbeit der ArchäotechnikerInnen zählt, sind archäologische Fakten, die Fähigkeit, diese “rüberzubringen” und die eigene Geschichtsbegeisterung mitzuteilen, um dem Bildungsauftrag der Museen gerecht zu werden. Da liegen die Schwerpunkte individuell ganz unterschiedlich, eine objektive Bewertung (durch wen auch immer) dürfte schwer fallen. An erster Stelle stünde deshalb für mich eine Selbstorganisation der “Szene”, deren vornehmstes Ziel sein könnte, sich an die archäologischen Fakten halten zu wollen und bestimmte Statuten anzuerkennen. Einen solchen “Arbeitskreis” haben wir 2001 am Federseemuseum gegründet. Vielleicht sind es eher solche regionalen Modelle, die sich unter einem zentralen Dach zusammenfinden und künftig die Qualitätssicherung in der Vermittlung (prä)historischer Fakten gestalten und garantieren können, ich denke da beispielsweise an EXARC.

    08. April 2008, 21:04 Uhr • Melden?
    von Wulf Hein
    5
  6. Vielleicht zeichnen sich ja eher zwei Strömungen ab: Die eine, wie von meinen Vorrednern umrissen, die mehr faktenorientiert ist. Und eine andere, die freilich auch Fakten nutzt, es aber mehr auf szenische Darstellungen anlegt. Auf Letzteres könnten die in diesem Beitrag dargelegten Schlüsse ja vermutlich eher angewendet werden.

    08. April 2008, 21:04 Uhr • Melden?
    von Marcel Schwarzenberger
    chronico
    6
  7. Mir kommt bei dem Ganzen der Gedanke, wer denn dieses zertifizierende Gremium überhaupt jemals sein soll? Rein in der praktischen Umsetzung sehe ich da so meine erheblichen Schwierigkeiten. Aufgrund der Forschung stimmen Dinge die heute gelten schon Morgen überhaupt nicht mehr, Rekonstruktionen sind oft innerhalb kürzester Zeit überholt oder basieren gar auf Interpretationen. Und wer will diese Zertifizeren?

    Als ernsthafter Darsteller / Reenactor ist man stets bemüht seine Ausrüstung auf dem neuesten Stand zu halten. Da müsste man ja ständig jedes neue Ausrüstungsteil verifizieren lassen, oder gibts dann in naher Zukunft einen “Reenactment-TÜV” zu dem man alle halbe Jahr hinmuß sonst hat man keine Chance mehr sich uns seine Ergebinisse museal zu präsentieren?

    Es ist sicherlich begrüßenswert Darsteller jeglicher Colleur zu mehr Authentiziät anhalten zu wollen. Ob ein solches Zertifikat allerdings wirklich nötig ist, halte ich für dahingestellt. Museen sollten in der Lage sein ihre eigenen Kriterien zu erarbeiten und diese auf die sich bewerbenden Gruppen anzuwenden.

    Denn mit diesem Siegel (verzeihen sie den Ausdruck) wird es dann sein wie mit der Ausrüstung/dem Konzept/der Fähikeit zur Dramatiurgie /dem Fachwissen: Was gestern noch galt muß morgen schon gar nicht mehr gelten…

    08. April 2008, 23:04 Uhr • Melden?
    von Oliver "Aulus" Aumüller
    7
  8. Was ich hier als problematisch sehe ist,
    1. daß manche Darsteller von der von Ihnen dargestellten Situation / Person wesentlich mehr Ahnung haben, als ein durchschnitts -Historiker -Archäologe. Wie soll der denn dann ein “Gütesiegel” ausstellen, das wäre ja absurd. Also müßte man für jeden Bereich einen Spezialisten finden, und der wird das ja wohl nicht gratis machen, hunderte von Stunden in eine Gütesiegelvergabe zu stecken.
    2. daß es bei den Veranstaltungen ja auch um Geld geht, das die Gruppen bekommen, und hier, – wenn ein “Gütesiegel” eingeführt werden sollte, ein Mechanismus gefunden werden muß, der dafür Sorge trägt, daß keine Sympathien einfließen, bzw. keine Gelder einfließen, resp. also die Unparteilichkeit der “Gütesiegeler” gewährleistet sei.
    3. daß zwar ein kurzfristiges Angebot zur Teilnahme gemacht wird, aber letztlich keine breite Diskussion stattfindet. Es wirkt fast, als sollten hier persönliche Vorlieben und Einstellungen auf die “Szene” aufgepfropft werden, und so die Szene nach einem bestimmten Bild organisiert werden. Eine solche Diskussion sollte aber wohl eher im Rahmen eines Internetforums stattfinden, und möglichst viele Vertreter verschiedenster “Szene”-Gruppierungen umfassen, da so evtl. auch ein breiter Konsens erzielt werden könnte, und auch potentiell jeder an der Diskussion teilnehmen könnte.
    Es bleibt außerdem die Frage, ob nicht einfach der “Markt” das Angebot bestimmt. Veranstalter, die nur sehr wenig bezahlen wollen – und keine Museen sind, da diese wenn sie keine Mittel haben ja von den Darstellern häufig sogar ganz oder fast gratis besucht werden, – können in der Regel auch nicht erwarten, daß “hochwertige” Darstellungen mitgebracht werden, sondern halt eher die Marktspaß-Wochenend-Party-Fraktion. Wäre es da nicht evtl. sinnvoller, die Veranstaltungen publik zu bewerten, und dies öffentlich zu machen? Also, das Pferd vom anderen Ende her aufzuzäumen? Die Darsteller würden sich dann wohl auch von selbst anpassen, wenn sie nicht mehr gebucht würden, weil keiner mehr die historisch nicht so wertvolle Veranstaltung besucht. “Veranstaltung Kategoerie 1: Tolle Darsteller. Veranstaltung Kategoerie 2: Nicht so tolle Darsteller. Veranstaltung Kategorie 3: Oh jeh!” Nur mal eine Idee.

    09. April 2008, 09:04 Uhr • Melden?
  9. @Christian Koepfer
    Den Hinweis auf die Event-Bewertungen finde ich sehr wichtig und freilich interessant. Danke auch dafür.

    09. April 2008, 09:04 Uhr • Melden?
    von Marcel Schwarzenberger
    chronico
    9
  10. Eine neutrale „Zertifizierungsstelle“ wird es nie geben, Herr Hochbruck. Auch Ihr Projekt hat Verantwortliche mit potentiellen Verwertungsinteressen. So steht etwa in Ihrem Internetauftritt:
    “Durch die neue Tätigkeit von H.-J. Gehrke am Deutschen Archäologischen Institut ab März 2008 ergeben sich neue Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen Universität, DAI und in der Geschichtsvermittlung tätigen Medienproduzenten.“ Es liegt auf der Hand, dass die Kollegen vom Deutschen Archäologischen Institut angesichts ihrer hervorragenden Medienkontakte die neu gewonnene Definitionsmacht und den Informationsvorsprung einer „Zertifizierungsstelle“ zum weiteren Ausbau ihrer Publizität nutzen würden. Dies ist nicht verwerflich, aber auch nicht neutral.
    Das Ideal einer neutralen Instanz ist eine Instanz ohne Insiderinformationen. Und wie man ohne Insiderwissen mit den Gruppenzwängen, den ideologischen Verflechtungen, der Streitlust oder der Kommunikationsfreudigkeit der deutschen Prehistodarstellerszene zurecht kommen will, ist mir ein Rätsel. Die einzige Vor- und Frühgeschichtlerin aus Ihrem Projekt ist (sieht man einmal von Herrn Brather ab, der sicherlich nicht in die Untiefen des deutschen Frühmittelalterreenactmens absteigen wird) Miriam Senecheau. Ich glaube nicht, dass sie die Zeit und den Willen für einen solchen Job hat. Und wer soll dann die Darsteller akkreditieren? Freiburger Studenten?
    Ich kann Sie deshalb nur dazu einladen, mit unserem Netzwerk europäischer Freilichtanlagen EXARC in Kontakt zu treten. Nach einer Blitzumfrage bei den Kollegen ist dies bislang noch nicht geschehen. Auch das ist natürlich keine neutrale Instanz, das bildet sich hier auch niemand ein. Aber hier wird Ihr Thema intensiv diskutiert, und zwar von den Institutionen, die täglich mit prähistorischen Darstellern arbeiten. Denn der erste Schritt müsste – ganz im Sinne von Steve – eine Vernetzung von Darstellern und Museen auf akzeptablem Niveau sein. Wer sich als Museumsleiter nur zertifizierte Leistung zu zertifiziertem Preis einkauft und sich den eigenen Beurteilungsaufwand dabei sparen zu können glaubt, ist meiner Ansicht nach fehl am Platz. Wohin diese Einkaufsmentalität geführt hat, zeigt so manche museale Veranstaltungskatastrophe der letzten Jahre. Deshalb: Nur in der konträren Diskussion zwischen Darstellern, Museen und Universitäten kommen wir weiter. Der Sekretär von EXARC, Roeland Paardekooper, würde sich über ein Mail von Ihnen freuen!

    09. April 2008, 19:04 Uhr • Melden?
  11. Über Standards nachzudenken ist selbstverständlich begrüßenswert, für die Vergabe von “Qualitätssiegeln” sehe ich aber auch keinen gangbaren Weg. Vielmehr sollte eine Kontaktstelle zwischen Museen, der Wissenschaft und Darstellern vermitteln. Doch wer soll das organisieren, wer bezahlen und noch wichtiger wer, an entscheidender Stelle, ergreift die Initiative hierzu?
    Ich würde mich zwar gerne Beteiligen, doch fehlen mir die Titel, die Reputationen und die politischen Kontakte, nicht gerade die erfolgversprechendsten Voraussetzungen.

    Was die Qualität der Darstellung oder Vorführung angeht, würde ich mich natürlich auf die Museeumsleute verlassen wollen, schließlich sollte der “Auftragsgeber” dem “Auftragsnehmer” deutlich machen können was er denn “geliefert” bekommen will!

    Fachtagungen zu dem Thema würden auch weiter helfen, doch diese müssen von denen ausgerichtet werden, die einen Etat für sowas haben oder ihn sich besorgen können.

    Um es nicht nur besser zu wissen (oder dies nur vorzugeben), hier mein Angebot: wer einen Etat auftut darf sich bei mir melden, dann organisieren wir eine Fachtagung!

    09. April 2008, 22:04 Uhr • Melden?
    von Pionier
    11
  12. @Pionier
    Der Link ist ja da, ein Realname wäre noch besser, für Interessierte, die direkten Kontakt suchen. Dankeschön!

    09. April 2008, 23:04 Uhr • Melden?
    von Marcel Schwarzenberger
    chronico
    12
  13. Christian Gollmar aus der Festungsstadt Ulm,
    Darstellung württembergischer Pioniere bis 1914

    09. April 2008, 23:04 Uhr • Melden?
  14. Guten Morgen,
    es schwirrt der Bienenstock, möchte ich jetzt fast spöttisch sagen: Wir haben hier eine DFG-Forschungsgruppe, das ist schon mal ganz hübsch. Ich bin sehr, sehr gespannt, ob diese die Chance (!!!), die sich hier auch aus den Meldungen der Mitdiskutanten ergibt, begreift und zu einer Kontaktaufnahme bereit ist. Denn so ein ehrgeiziges Unterfangen, was uns hier unterbreitet wurde, braucht eine breitere Basis als die Freiburger sie leisten können. Zunächst einmal müssen wir doch einmal wissen, was gibt es alles in Deutschland an Museen und andere Institutionen, die eine lebendige Museumpädagogik, Lebendige Geschichte und meinetwegen “Geschichtstheater” ermöglichen. Und auf der anderen Seite welche Darsteller kommen für den Einsatz in Museen etc. in Frage. Die Mittelaltergruppe von nebenan, die neben Deutscher Fechtschule auch mal Bronzezeitfechten darf oder darf es doch etwas Besseres sein. Und wieviel kostet uns das ? Und ist unsere Museumspädagogin überhaupt in der Lage zwischen diesen beiden Gruppen zu unterscheiden. Können wir ihr da Maßstäbe an die Hand geben?
    Kurz und gut: Zunächst brauchen wir eine gesicherte Datenbasis, eine Überblick über das ganze Geschehen, ich kann auch nicht bei der Obduktion sagen, woran der Tote gestorben ist, wenn ich nicht die Leiche habe. Sorry, man möge mir meine Offenheit verzeihen, aber im Moment sieht das mehr nach Ferndiagnose aus. Da kann ich mich ja irren.
    Aber worauf ich besonders gespannt ist, ob man die Weisheiten im stillen Kämmerchen herstellen möchte oder ob man bereit ist den Betroffenen stetig Einblicke zu gewähren. Auch mit der Gefahr im Auge, dass eine vorgefasste Theorie nicht bestätigt wird, weil die Wirklichkeit ganz anders ist, aber auch das muß und soll Wissenschaft leisten. Sonst wären die DFB-Mittel schlichtweg in einem falschen Projekt gelandet.
    Mit freundlichen Grüßen
    Torsten Kreutzfeldt

    10. April 2008, 08:04 Uhr • Melden?
  15. Meine Meinung hierzu:

    Die Wissenschaft ist frei okay, aber ist der Notstand in der Bodendenkmalpflege und Archäologie nicht groß genug, um Ressourcen für den Aufbau einer, letztendlich neuen und reichlich überflüssigen Verwaltungsstruktur zu verschwenden ?

    Jede halbwegs relevante Gruppe verfügt über eine, Dieselbe durchaus repräsentierende, Internetpräsentation, üblicherweise mit einer Referenzliste, in Blick ins Netz, samt zwei bis drei Anrufen sollte für jeden Zeitgenossen also ausreichen sich seine Gruppen zusammen zu suchen.

    EXARC mag ja eine honorige Vereinigung sein, mein bisheriger Kontakt beschränkte sich aber auf die erpresserische Drohung seitens eines darin vertretenen Museumsleiters; entweder auf einer mißliebigen Konkurrenzveranstaltung nicht aufzutreten oder niemals wieder bei einem der EXARC-Partner… die Mafia wartet überall.

    Und Provokativ gesprochen;
    einige Leute aus der 2. Reihe versuchen sich hier, vielleicht mangels eigener Leistungsbereitschaft, in eine Position von künstlicher Marktbeherrschung zu plazieren und diese dann mit “wissenschaftlichen” Mitteln zu zementieren.

    Ich verfüge, insbesondere im Bereich römischer Antike, über derzeit mit der besten Ausrüstung und Darsteller, wir haben echte Pferde, scharfe Waffen und auch echte Knochenbrüche, ich trainiere jeden Tag 4 bis 6 Stunden Pferde und den Kampf von ihnen, niemanden erkenne ich das Recht zu, zu beurteilen, wie gut oder nicht gut ich einen Eques darstellen kann.

    Aber auch wir haben einmal angefangen, haben Fehler gemacht und sind gerade durch die “Konkurrenz” auf Veranstaltungen erst gewachsen; Ich möchte nicht darauf verzichten, junge Gruppen zu er1eben und auf ihren Weg zu einem guten Standard zu begleiten…
    In erster Linie ist Reenactment eine Sache für die Darsteller und das soll m.E. auch so bleiben.

    Und wer behauptet eigentlich Mittelaltermärkte hätten irgend etwas mit Reenactment zu schaffen.

    10. April 2008, 16:04 Uhr • Melden?
  16. Mal eine Frage. In wie weit werden Neuzeit Reenacment Gruppe mit berücksichtigt. Von 1. WK bis hin zu Vietnam ist in Deutschland auch alles vertreten.
    Und wir Neuzeitreenacter würden uns freuen wenn es so ein Gütesiegel gibt, andere Länder haben das wirklich schon lange und es fehlt uns einfach in Deutschland, das würde uns auch die Auslandsauftritte erleichtern, vorallem in England.

    Gruß Steffen

    10. April 2008, 20:04 Uhr • Melden?
    von Steffen
    16
  17. Ich kann die Beweggründe von Darstellern der Epochen, zu denen Bild-, Ton-, Schriftdokumente und sogar Zeitzeugen noch als Quellen herangezogen werden können, nicht so richtig nachvollziehen. Man sollte Paramilitarismus weder romantisieren und schon gar nicht mit lebendiger Geschichtsdarstellung verwechseln.

    10. April 2008, 20:04 Uhr • Melden?
  18. Das Gütesiegel, also eine Zertifizierung, ist keine einseitige Angelegenheit, sondern dient einem Zweck und ist stets, wie in der freien Wirtschaft auch, eine Frage des Angebots und der Nachfrage: in diesem Fall sind es das Museum als Kunde und der Anbieter von Living-History-Dienstleistungen. Nur letztere, also professionelle Anbieter, hochqualifizierte Gruppen oder Amateure, haben ein klares Motiv, sich für ein Gütesiegel einzusetzen, um sich von den weniger qualifizierten Mitbewerbern abzusetzen.

    Umgekehrt sollten sich die Museen als Kunden für das Gütesiegel interessieren, wenn es einen sehr breiten, unübersichtlichen Markt mit ganz unterschiedlich definierten Standards gibt, bei dem ein Gütesiegel hilft, die Stecknadel im Heuhaufen zu finden, will sagen, wenn im Museum Ressourcen, Erfahrung oder Qualifikationen zur Beurteilung der Living-History-Dienstleister fehlen. Museen sollten schließlich auch mit dem Gütesiegel der Anbieter ihre eigenen Veranstaltungen bewerben. Hier könnten also Anbieter und Museen über ein gemeinsames Interesse zusammenkommen.

    So ein angedachtes Gütesiegel sagt klarerweise nur etwas über die einzuhaltenden Mindest-Standards aus und beurteilt nicht die Qualität als ganzes, sondern muß nachvollziehbare Kriterien nutzen. Im einfachsten Fall sind dies Checklisten, die abprüfen, ob ein Kriterium eingehalten wird / nicht eingehalten wird / Nachbesserungsbedarf besteht. Und dann natürlich das Gütesiegel selber, was erteilt wird.

    In dieser Weise funktionieren die Managementsysteme nach DIN/ISO 9000 für professionelle Dienstleister und Unternehmen, die sich wiederholt einem Audit unterwerfen müssen, um die Plakette zu behalten. Das kostspielige und aufwendige Auditieren nach dem Muster von DIN/ISO 9000 würde ich nun für absolut übertrieben halten, denke aber, daß eine Organisation für die Vergabe eines Gütesiegels kommen wird und muß. Es wird sich aber immer um eine freiwillige Vereinbarung handeln, die nur dann von den Museen akzeptiert wird, wenn sich die Anbieter auf einen gemeinsamen Standard einigen können.

    Bei der Kiekeberger Tagung werde ich auch kurz auf das Thema eingehen.

    10. April 2008, 21:04 Uhr • Melden?
  19. Kriege haben auch nichts romantisches. Natürlich überwiegen die Kriege auch in der Geschichtsschreibung, dennoch war der Alltag früher zwar oft von Militär aber weniger von Kriegen geprägt. So viele Kriege waren es ja auch wieder nicht (ich will nicht relativieren), das wäre auf Dauer ja auch nicht zum Aushalten gewesen. Ich finde das der Fokus viel zu sehr auf Kriege und Schlachten gelegt wird, liegt mit Sicherheit aber auch ein stückweit an der, vielleicht auch unterstellten, Sensationslust des Publikums.

    Inwieweit es angebracht ist z.B. den Vietnamkrieg historisch darzustellen, will ich mal nicht beurteilen, ich selber kenne Veteranen dieses Krieges, die werd’ ich bei Gelegenheit mal fragen, aber wenn die erzählen, erzählen sie eben nicht die ganze Zeit von Kämpfen! Ihre Geschichte(n) sind eher alltäglicher Natur.

    Es gibt Grenzen der Darstellung, ob die für alle Epochen gleich weit oder eng sind bezweifle ich zwar, dennoch ziehe ich für mich eine klare Grenze. Trotz allem (gefordertem) Spektakel will ich keine “Toten” innerhalb meiner Darstellungen, Manöver ja, Kriege nein! So sehe ich das.

    10. April 2008, 21:04 Uhr • Melden?
  20. Ich will hier nicht über Sinn und Unsinn einer Geschichtlichen Epoche diskutieren. Da findet man gegen hede Zeit etwas. Sondern ich wollte nachfragen wie es mit der “A-Karte” Auschaut.
    Wir arbeiten teils auch für Museen, teils für Filme und TV Produktionen.

    10. April 2008, 22:04 Uhr • Melden?
    von Steffen
    20
  21. Wie eben von Steffen angesprochen bitte ich beim Thema zu bleiben. Sprich: Beim Artikel und den dort vorgestellten Inhalten. Dankeschön!

    Ach ja: für den Fall dass einige Kommentare doppelt kommen – das beheben wir so schnell es geht. Einfach speichern, das evtl. Doppelte nicht kommentieren – ich bereinige das.

    10. April 2008, 23:04 Uhr • Melden?
    von Marcel Schwarzenberger
    chronico
    21
  22. Herr Theren schneidet einen wichtigen Punkt an, der in der bisherigen Darstellung vielleicht etwas zu kurz gekommen ist. Herr Klöffler geht in gewisser Weise auch darauf ein. Während, wenn ich das richtig verstanden habe, Herr Theren, auf private Netzwerk-Kontakte setzt, bedingt eine Zertifizierung eine gewisse Transparenz.
    Und das halte ich für einen wichtigen Punkt – ein Gütesiegel bedingt eine Transparenz bei der Vergabe von Aufträgen. Hier könnte die öffentliche Ausschreibung von Bauvorhaben an einer zentralen Stelle als Orientierung dienen. Rekonstruktionen, Programme etc. nach öffentlich bekannten und standardisierten Richtlinien und Kostenabkommen würden meiner Auffassung nach den Markt beleben. Dann kommt das Regulativ von Angebot und Nachfrage vermutlich wesentlich freier zum Tragen als bislang. Grundlage ist allerdings die Gleichbehandlung aller Anbieter, die auch Privatpersonen und private Interessengemeinschaft einschließt.

    11. April 2008, 10:04 Uhr • Melden?
  23. Zu “Bewertung von Authentizität” habe ich folgende Meinung:
    Die Vermittlung vergangener Wirklichkeit, solange man von ‘Wirklichkeit’ überhaupt sprechen darf, denn Historisierung bedeutet auch Distanzierung, sollte ein historisches Verständnis voraussetzen.
    Ob dieses Verständnis in Form eines “Gütesiegels” mit Schwerpunktsetzung überprüft werden sollte wäre zu diskutieren.
    Es geht bei der geschichtlichen Darstellung meiner Meinung nach nicht um die Abspiegelung der historischen Wirklichkeit, sondern um Rekonstruktion und daher unterliegt sie dem Erfahrungskreis der rekonstruierenden Darsteller. Natürlich sind Birkenstock, Brille und Armbanduhr bei der Rekonstruktion einer antiken Lebenswelt völlig inakzeptabel und Living-History ist wie ein Code, den man verstehen muß, wenn man sich darin bewegen möchte.
    Ich stimme Herrn Prof. Hochbruck zu, daß Museen eine gute Auswahl an qualitativ hochwertigen und historisch nach Stand des Wissens einwandfreien Darstellungen interessiert sein müssen, schließlich geht es um Volksbildung, aber sollte eine Auswahl nicht mit einer schriftlichen Bewerbung, aussagekräftigen Fotos der Präsentation und einem Arbeitsnachweis ausreichen?
    Mit freundlichem Gruß,
    Olivia Sievers

    11. April 2008, 10:04 Uhr • Melden?
    von Olivia Sievers
    23
  24. Nach dem Beitrag von Sylvia Crumbach möchte ich mich etwas konkretisieren und an dem Begriff “Netzwerk” reiben;
    Zunächst ist Netzwerk ein ja durchaus positiver Begriff in unserem Zusammenhang von Ruhm, Posten und Gagen wird daraus allerdings schnell etwas negatives…
    Natürlich finde ich es positiv, wenn Timetrotter weiterempfohlen wird, in der Praxis gibt es bei uns drei Arten wie wir an Aufträge kommen.
    Direkte Bewerbung durch uns.
    Anfragen durch den “Kunden”, dieses geschieht entweder aufgrund einer Internetrecherche und unserer Website oder aufgrund der Aufmerksamkeit die wir durch eine andere Veranstaltung errungen haben.
    Für mich ist das ein Idealzustand an Transparenz und alles andere als ein internes Netzwerk, das möglicherweise Andere ausschließen würde.

    In der Anregung einer quasi “normierten” Bewerbung sehe ich einen sehr guten “Gütesiegelkompromis”,
    es werden Maßstäbe und Kriterien fixiert, nur ordnet sich jeder selbst ein und die übergeordnete Instanz der Bewertung fällt einfach weg.

    Mögliche, mehr oder weniger absichtliche, Täuschungen lassen sich dabei sehr einfach vertraglich regeln;
    falsche Angaben, schlechte Leistung – weniger oder keine Gage, fertig.

    11. April 2008, 12:04 Uhr • Melden?
  25. Lieber Michael,
    aber wer setzt die Maßstäbe und Kriterien ? Haben wir da nicht schon das Problem, wenn Du sagst, also ich lasse mich von niemanden bewerten (auch von keinem Wissenschaftler ?) und dann kommen vielleicht andere, die sagen, nö, die Kriterien gefallen uns nicht, wir haben da andere Maßstäbe bzw. es gibt keine allgemeinverbindlichen…
    Mmmh, ich glaube so kommen wir nicht weiter.
    1. Wir brauchen Sachlichkeit in der Diskussion. Ausdrücke wie “2 Reihe” und das Ausgraben alter Geschichten möchte kein Museum hören.
    2. Wir brauchen Transparenz in der Angelegenheit, kein Geklüngel. Da stimme ich Dir 100 % zu. Wie erreichen wir diese für alle zufriedenstellend.
    3. Wir brauchen ein Stelle, möglicherweise eine Person, zu der alle Vertrauen haben können. Ich würde sogar ganz närrisch sagen: Dieser Mensch braucht keine Ahnung von dem zu haben, was wir machen, sondern er muß nur in der Lage sein die Anregungen sinnvoll und zufriedenstellend für alle zu ordnen. Können die Freiburger da leisten? Sind sie die Stelle für uns, der wir vertrauen ?
    4. Wer kann es sonst noch machen?
    5. Wollen wir es überhaupt? Ein wie auch immer aufgebaute Datenbank etc. über das, was wir machen, kann auch für alle eine schöne Außendarstellung sein und für die Museen etc. eine wertvolle Arbeitshilfe und Erleichterung.
    Und da habe ich noch zwei Bitten bevor ich wieder in die 3. oder 4. Reihe zurückrutsche: Gemeinsames Auftreten der Darsteller und konstruktive Kommunikation. Ich mag einige Leute auch nicht und ich muß trotzdem mit ihnen zusammenarbeiten und reden. Also, bitte!
    Zweite Bitte: Die Freiburger lese ich hier nicht, höre auch nichts von ihnen. In Kiekeberg werden nicht alle von uns sein, sogar nur ein ganz kleiner Teil: Bitte redet mit allen. Ganz wichtig.
    So, schönes Wochenende. Schickt mir Sonne.

    11. April 2008, 15:04 Uhr • Melden?
  26. Lieber Torsten,

    bzgl. meiner Tätigkeit gibt es etwa drei Menschen in Deutschland mit denen ich auf Augenhöhe unsere Darstellung und Reittechnik diskutieren kann.
    Das ist jetzt wieder arrogant, was ich aber sagen will ist, das eine objektive Bewertung allenfalls nach DDR Standard geht;
    Es gibt eine Bewertungsstelle, die Gruppen spielen vor, sie werden Klassifiziert und können dann zu Ihrem Tarif gebucht werden – wer will so etwas?

    Ich denke in Freiburg kann wertvolle Grundlagenarbeit erbracht werden; was ist Museumsdarstellung, welche Möglichkeiten hat Sie und was wollen die Museen (und der öffentliche Geldgeber) überhaupt? (oder so ähnlich)

    Die Situation, man ist gebucht, der Hausmeister zeigt einen den Platz, man macht sein Ding, das wars und von den eigentlichen Museumsleuten hat man niemand gesehen, kenne ich auch. Das liegt am Museum da hilft keine Bewertung.

    Deshalb sollte eine wissenschaftliche Basis geschaffen werden (auch wenn ich befürchte, daß wir Militaristen dabei schlecht weg kommen).
    Und dann weiter wie in meinem “Kommentar 24”

    Dabei habe ich nichts gegen jemand speziellen sondern eine historisch fundierte Meinung vom Menschen und seinem Wirken.

    Sonne wird wohl schlecht, ich Wünsche uns wenigstens etwas Trockenheit.

    11. April 2008, 16:04 Uhr • Melden?
  27. Könnte ein Dachverband helfen?
    Der kann aber nicht im luftleeren Raum gegründet werden, daher würde ich gerne einen Kongress vor der Gründung haben. Damit ich nicht nur fordere, wäre ich bereit diesen Kongress mitzuorganisieren. Ich besorge die Räume und Tagungsorte, aber das Fachpublikum und die Spezialisten sollten von jemandem eingeladen werden, der a) weiß wer da dazugehört und b) aufgrund dessen die Leute dann auch kommen. Wie wäre es mit einem Kongress in Ulm 2009, da feiert die Stadt auch noch 150 Fertigstellung der Bundesfestung Ulm. Ulm liegt zentral in Süddeutschland.

    Wo könnten wir sowas weiter Diskutieren, ich weiß nicht ob das in Kommentarform hier zielführend/gewollt ist?

    11. April 2008, 16:04 Uhr • Melden?
  28. @Christian Gollmar
    Ich finde diesen Austausch sehr wichtig. Und so lange nicht das Rad im Leerlauf dreht, gehts hier ruhig weiter. Ich denke, diese Sammlung an Statements wird von der Freiburger Forschergruppe aufmerksam gelesen. Natürlich sind auch sie eingeladen, hier kurz ein Statement zu geben. Evtl. auch an anderer Stelle ausführlicher. Das Themendossier ist ja durchaus ausbaubar.

    Richtig und wichtig finde ich die Bezüge auf mehrere Epochen!
    Ob alle Darstellungsformen erfasst sind? Nun, auch das Feld der historischen Musizierpraxis spielt zB mit hinein, sofern solche Auftritte in Living-History-Events eingebettet sind.

    11. April 2008, 20:04 Uhr • Melden?
    von Marcel Schwarzenberger
    chronico
    28
  29. Wie´s Michael Theren in seinem Kommentar (26., 4. Absatz v.u.) sagt, sagte ich dies schon anderweitig (Kommentar 4): Viele museale Veranstalter scheinen an der Qualität der Darsteller nur begrenzt interessiert zu sein. Hire and forget!
    Das Gütesiegel kann da schnell zur Alberich-Kappe für ideologisch/ kultistisch orientierte Gruppen werden, die unter dem Banner des Museums dann ihre “Lehren” mit akademischem Touch verbreiten. Diesbezüglich sehe ich bei “neo-druidischen” Strömungen eindeutige Tendenz hin zur musealen Plattform, in historisch möglichst plausibler Ausstattung, am liebsten an bereits etablierte (integre!) Gruppen angeschlossen.
    Wenn man es so sehen will, bräuchte es zu allen anderen Wertungsfaktoren auch ein interdisziplinäres Gutachten zur darstellenden Person selbst. Aber das macht der Art. 1 GG unmöglich. (Ist auch gut so!)
    Ein Gütesiegel macht blind!

    12. April 2008, 09:04 Uhr • Melden?
  30. Die Gladiatoren haben dann z.B. zwei Banner, eines mit dem Namen der Familia Gladiatoria und dahinter eines mit: “zertifiziert nach DIN-ISO-9000…”

    Die Grundidee, die dahintersteht mag ja recht lobenswert sein, aber im Endeffekt wird sie an der Ausführung scheitern, weil einfach nicht machbar. Wer z.B. soll das nötige Fachwissen haben, alle Bereiche abzudecken?
    Es gibt Punkte, die nur mutmaßt werden können, z:B. die bekannt strittige Farbe der Legionärstuniken.
    Und dafür ein Qualitätssiegel? Für Vermutungen? Außerdem rüsten sich mehrere Gruppen aus Kostengründen mit indischer Ware aus, die nicht bis aufs i-Tüpfelchen authentisch sind, weil sie sich andere Ausrüstung nicht leisten können. Will man diesen Leuten vorschreiben, solcherlei Ausrüstung nicht zu verwenden weil nicht 100% authentisch? Dann nimmt man ihnen den Spaß am Reenactement und sie werden sich anderswertig orientieren.
    Also alles was recht ist, man kann es auch übertreiben!

    13. April 2008, 11:04 Uhr • Melden?
    von Wolfgang Müller
    30
  31. Es sollte bei aller Qualitätserfassung und Bewertung der bereits Erfahrenen/Etablierten Gruppen/Darstellern auch bedacht werden wie man Anfängern den Einstieg ermöglichen kann, ohne sie gleich von vorneherein zu entmutigen. Einsteigern könnten die gefundenen Qualitätsstandards ja durchaus nützlich sein, könnten sie doch vor Fehlern und Fehlanschaffungen bewahrt werden.

    Die Diskussion sollte trotz des Aufwandes sehr breit geführt werden, damit sich nicht nur die bereits Etablierten einen Standard schaffen, der den Nachwuchs bewusst oder unbewusst außen vor halten will oder kann.

    Wie bei allen Standards, die man sich setzt, sollte es Möglichkeiten der “Aus- und Weiterbildung” geben, bezw. Hilfen dazu!

    14. April 2008, 00:04 Uhr • Melden?
  32. Wenn eine Gruppe kein Qualitätssiegel hat, heißt es ja nicht, dass die kein Reenactment mehr machen dürfen. Nur eben nicht auf qualitativen Veranstaltungen. Das müssen sie sich eben erarbeiten. Das Qualitätssiegel wird bestimmt nicht auf jeder Veranstaltung gebraucht, vorallem nicht am Anfang. Die lustigen Mittelalter Märkte wird es deswegen dennoch geben. Und irgendwann muß man eben mal anfangen. Wenn die Mitglieder der Komission Historiker sind oder der Gleichen, müsen sie ja mit Quellen arbeiten können. DIe Gruppen müssen halt bei ihrer Bewerbung die Quellen mit angeben mit denen sie arbeiten, so kann das überprfüt werden. Und die Gruppen werden ja mit Quellen arbeiten. Und mit der Zeit lernen auch die Bearbeiter. Hilfreich wäre es mehrer Bearbeiter gibt, die für unterschiedliche Zeiten verantwortlich sind, wo sie sich auch auskennen. Man muß es eben mal anfangen, und dem Ganzen eine Chance geben.

    Gruß Steffen

    14. April 2008, 16:04 Uhr • Melden?
    von Steffen
    32
  33. Bitte nicht das morderne handelsübliche Verfahren, wie man es schon aus der Unterhaltungselektronik kennt:

    Wir werfen was Halbgares auf den Markt, verwenden den Endverbraucher als Beta-Tester und finanzieren damit weitere Testreihen bis zur tatsächlichen Reife.

    No Chance. Wenn, dann muß es hieb- und stichfest sein.

    17. April 2008, 15:04 Uhr • Melden?
  34. Schon mal über folgendes nachgedacht?
    -da gibt es Gruppen, bei denen zwar das gesamtbild stimmt,es hapert aber bei der Ausrüstung des einen oder anderen Mitgliedes. Die Gruppe bietet aber eine Spitzenleistung im Bereich Publikumsarbeit mit historisch fundierten Aussagen und einer tollen,unterhaltsamen Art der Wissensvermittlung, obwohl fast alle Mitglieder die Sache nur als HOBBY betreiben.
    -daneben eine Gruppe mit Top Ausrüstung,tollem Lager , aber Kaum ein Mitglied kümmert sich ums Publikum, Wissensvermittlung findet nurdurch Standardtexte bei ein-oder zwei Grossauftritten am Tag statt.

    Ladies & Gentleman-Your votings please….
    und jetzt…..?

    17. April 2008, 19:04 Uhr • Melden?
    von Raf Hucke
    34
  35. Ganz einfach: Dann sollte ein Museum als Auftraggeber den Schneid haben düfen zu sagen, was und wer aus der Öffentlichkeit verschwindet.

    17. April 2008, 21:04 Uhr • Melden?
  36. Richtig!!!
    Das auftraggebende Museum sollte selbt entscheiden, wer auftritt und wer nicht,am besten wie bisher nach Prüfung der Referenzen( da sich viele veranstalter untereinander kontaktieren” kennt ihr Gruppe XY?…”), je nach Ausrichtung der Veranstaltung und dem zusammenpassen des Anspruchs der gruppenund der Veranstalter.
    Die gefahr bei einer “übergeordneten “ Stelle ist nämlich durchaus auch das Auftreten von Seilschaftsprinzipien(wie es zu Soetwas kommt,wissen glaube ich die meisten), da eine echte neutralität nie gewährleistet sen kann( ausser im jetzigen System). Eine Chancengleichheit ist nicht nur unrealistisch, sondern in einer Situation, in der es auf beiden Seiten(Veranstalter und Darsteller) um Geld und Ansehen geht, auch nur bedingt Wünschenswert( sowas nent sich WETTBEWERB).

    17. April 2008, 22:04 Uhr • Melden?
    von Ralf Hucke
    36
  37. Dabei stellt sich die Frage nach der Definition “Hobby”. Jeder Aktive, der auch nur 1 x eine Vergütung (Tagessatz, Anfahrt) erhalten hat, hat für meine Begriffe die Hobby-Unschuld verlohren. Danach kommt nur noch die Beurteilung, ob eine gute oder schlechte Leistung abgeliefert wird.

    Ich persönlich, in meiner alltäglichen beruflichen Praxis, schreibe in Zeugnisse was geleistet wurde, nicht zu welcher Vergütung.

    19. April 2008, 08:04 Uhr • Melden?
  38. Sehe das so wie Sylvia. Es wird gerne das [i]Hobby[/i] hervorgehoben. Wenn ich mich aber auf den Webseiten diverser Hobbysten umsehe, finde ich mitunter auch eine Angebots-Seite. Das Selbstverständnis geht klar erkennbar über Betreibende einer gemeinsamen Freizeitgestaltung ohne finanzielle Rendite hinaus.

    Der Wettbewerb läuft definitiv, und es ist primär nicht die Frage nach der Qualität, sondern nach dem Preis-Leistungs(!)-Verhältnis das Zünglein an der Waage. Man kann sich umsehen und sieht, dass sich die Formate der meisten Gruppen stark ähneln:

    - Lager mit Zelt, obligatem Dreibein, Strohballen – Schaukampf (3xtäglich) – Bei Atzung zu beobachtende Aktive (mehrheitlich rückseitig) – Handwerk (seltenst mit rekonstruiertem, eher mit rezentem gealtertem Werkzeug) – Rustikaler Rahmen (ganz wichtig)

    Wenn ich mir dann die Fragen nach Lösungsmodellen in diversen Foren betrachte, stellt´s mir die Nackenhaare auf! Das “Schönste” war mal die Frage, ob man Zelte – da die Kelten nicht hauptzeitlich nomadisierend waren – nicht in Hausform (also bemalt) gestalten könnte! Sinn der Frage: Man wollte nicht andauernd den Besuchern erklären, dass Kelten nicht in Zelten hausten, da dies auf Dauer dann doch nervt! Das Zelt gänzlich wegzulassen, kam bei der “Lösungssuche” erst gar nicht in den Sinn!

    Solange also diese Formate seitens Museen als gültig erachtet werden, wird es immer wieder die gleichen und stets auch neue “Mitbewerber” um den Standort Museumsanlaß geben.

    19. April 2008, 10:04 Uhr • Melden?
  39. Zertifizierung? Gerne!!

    Jeder Darsteller der es vermag komplexe Inhalte mit den Mitteln der historischen Darstellung publkumswirksam an den Mann/Frau/Kind zu bringen dürfte sich nicht scheuen eben dies bewerten zu lassen.

    Es geht hier um Öffentlichkeitsarbeit für Museen, Tourismusverbände und Stadtmarketinggesellschaften, die sich zwar mit der Idee einer solchen öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen und Verwendung der historischen Darstellung durchaus angefreudnet haben und die für Laien aussergewöhnliche Leistung vollbracht zu haben, zu erkennen, dass die sogenannten Mittelaltermärkte nicht die einzige Farbe im Spektrum der Möglichkeiten ist.

    Wie soll nun ein Veranstaltungsmanager entscheiden, welche Gruppen nur vorgeben historische Darstellung zu betreiben und welche ernsthaft geeignet sind auf das Publikum losgelassen zu werden.
    Und der kritische Augenblick ist der, wenn im Augenblick Präsentation der Akteur Botschafter für die Institution wird!

    Ich denke ein Zertifikat würde den Institutionen eine Möglichkeit geben Sicherheit zubgewinnen.
    Fortbildungseminare und Kritik, die zur Verbesserung eben dieser Öffentlichkeitsarbeit führt, kann nur im Sinne eben jener ernsthaften Dienstleister ( Hobby, von Leidenschaft beseelt oder Beruf oder wie auch immer ) sein.

    Möglicherweise hört es dann auch auf, das Wikingergruppen sich als Eisenzeitler verkaufen, Mittelaltermärkte als Notlösung zu historischen Jubiläen plaziert werden und Freizeitgrillgruppen in Museen ihre Kunst als Repäsentanten der Imbisskultur Raum bekommen.

    Fazit: Im Sinne der Findung von Qualitätsmerkmalen, Standarts und Möglichkeiten der Fortentwicklung ist eine Zertifizierung, die ja stets freiwillig ist, durchaus willkommen.
    Und wenn es um Wettbewerb geht.. hier wird dann eben auch Qualität und Fähigkeit in den Wettbewerb einbezogen und eben nicht nur Aufwandsentschädigung geteilt durch Kopfzahl.

    Und: die deutliche Abgrenzung zu Kostümtrinkern und Behelfsdarstellern ist dann auch für den überforderten Museumspädagogen möglich, der diese Materie “Inszenierung durch historische Darstellung” im Studium nur im Rückblick auf die Inszenierungen des Naziregimes kennengelernt hat und die Entwicklungen und Möglichkeiten nicht abschätzen kann.

    Also los!

    Aber bitte: Laien aus der dem Universitären Breich ohne eigene Erfahrungen und Auge sollten sich erstmal selbst kundig machen..
    Ich nenne hier beispielhaft Prof.Grieser/Kiel, der sich eifrig dieses Mittels bedient und komplexe Inhalte rund um barocke Hofhaltung seit Jahren mit diesen Mitteln präsentiert. Ohne eigene Erfahrung ist es schlechterdings nicht möglich eine Bewertung vorzunehmen.
    Wer es nicht glaubt, sollte mal sich manche Fehlentscheidung der Redaktuere der öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten anschauen, die sich interessanter Themen annehmen, sie auch inszenieren und masslos in das Klo greifen.
    Oder mal über die Grossveranstaltungen schlendern und sich fragen, ob diese oder jene Gruppe überhaupt wirklich gewahr ist hier ein Dienstleister zu sein.

    Also.. Zertifikat ja.. aber ein Gremium aus Museumsleuten, Archäotechnikern, Museumspädagogen und AKtiven zu Nutzen des Ganzen.

    19. April 2008, 13:04 Uhr • Melden?
    von C.Meiritz
    39
  40. Die Diskussion, die ich da ausgelöst habe, ist sehr beeindruckend. Den Wissenschaftsskeptikern kann ich versichern, dass es uns/mir zunächst einmal nur darum geht, die Diskussion um eine Plattform zu führen, von der aus Qualitätsmanagement überhaupt möglich sein könnte. Ich bin gespannt, was in Kiekeberg passieren wird.

    25. April 2008, 11:04 Uhr • Melden?
    von Wolfgang Hochbruck
    40
  41. Buenas ! Allerdings ist es auch wichtig mit denen ins Gespräch zu kommen, die nicht in Kiekeberg dabeisein können oder wollen. Sonst haben wir ganz rasch eine “Kiekeberg-Fraktion”, die das und das festklopfen will. Der Eindruck darf gar nicht erst aufkommen.
    Herzlichen Dank und schönes Wochenende
    Torsten Kreutzfeldt

    25. April 2008, 14:04 Uhr • Melden?
    von Torsten Kreutzfeldt
    41
  42. Wir sind wohl alle gespannt auf Kiekeberg und hoffen bald von den Anregungen, Ideen und/oder Ergebnissen zu erfahren. Ich hoffe auch das es (bald) eine Nachfolgeveranstaltung auf breiterer Basis geben wird!
    Von mir die besten Wünsche und Hoffnungen mit auf den Weg nach Kiekeberg.

    25. April 2008, 22:04 Uhr • Melden?
  43. Danke für das Feedback, Herr Prof. Dr. Hochbruck – auch wenn´s arg “übersichtlich” ausgefallen ist. Aber ich verstehe, wenn man sich nicht ins Blatt schauen lassen will beim Pokern.

    Ich wünsche ebenfalls alles Gute. In erster Linie der ernsthaften Geschichtsvermittlung, dann allen aktiv Beteiligten.

    Nun haben wir den Plan für ein Ruder und eine Plattform – hoffentlich reicht das Holz für die Treppen!

    26. April 2008, 22:04 Uhr • Melden?
  44. Es ist ja auch ganz bezeichnend, das eine solche Veranstaltung in die Saison gelegt wird.

    Die Veranstaltungen rollen über uns hinweg udn auf dem Schreibtisch werden Termine gemacht, die uns die Macher zum grossen Teil nicht erreicht, weil sie zeitgleich ihre Dientleistung zu erbringen haben.

    Ein Hinweis auf entstehende Probleme.

    Solche Veranstaltungen gehören in die Nebensaison von November bis zum Februar, oder?

    28. April 2008, 10:04 Uhr • Melden?
    von C.Meiritz
    44
  45. So, die Tagung in Kiekeberg ist nun auch schon seit einigen Wochen “Geschichte”, wie sieht es nun aus mit Ergebnissen oder auch nur einem Bericht über dieses Ereignis?

    Mit gespannten und neugierigen Grüßen aus der Festungsstadt Ulm!

    20. Mai 2008, 22:05 Uhr • Melden?
  46. Schweigen im Walde…

    28. Mai 2008, 14:05 Uhr • Melden?
  47. Hallo Steve,
    ich habe einen Anruf von jemanden bekommen, die da war. Anscheinend ging es zum Teil nicht nur ums “wie” und “warum”, sondern ums “ob überhaupt”. Dazu paßt, dass eine Anfrage an die Arbeitsgruppe um bez. Zusammenarbeit bis heute unbeantwortet blieb. Allerdings soll der Initiator sehr angenehm sein.
    Doch ich ziehe dennoch die Schlussfolgerung: Wir stellen die Standarts doch lokal auf, grobe Richtlinien ganz nach Kassenlage und pragmatisch. Damit haben wir schon letztes Jahr in unserem Bereich begonnen und gehen diesen Weg weiter. Anregungen von außen werden gerne angenommen, aber wir erwarten nichts mehr…
    Soweit von meiner Waldlichtung.
    Liebe Grüße, To.

    29. Mai 2008, 08:05 Uhr • Melden?
  48. Nur um kein falsches Bild aufkommen zu lassen: mein Bruder ist z. Z. auf einer Studienreise in den USA und kommt erst Anfang Juni wieder zurück.

    30. Mai 2008, 12:05 Uhr • Melden?
    von Jan Hochbruck
    48
  49. Für Quereinsteiger ins Thema: Es geht um den Autoren des nebenstehenden Beitrags, Prof. Hochbruck.
    Übrigens: chronico bleibt an der Sache dran, es wird ein Zusammenfassung geben. Die Tagung am Kiekeberg muss man allerdings losgelöst vom Freiburger Projekt betrachten, sie hängen nicht unmittelbar zusammen. Dass es jetzt schon einen fundamental neuen Sachstand zur Thematik Gütesiegel gibt, halte ich für unwahrscheinlich.

    30. Mai 2008, 13:05 Uhr • Melden?
    von Marcel Schwarzenberger
    chronico
    49
  50. Der Tagungsband ist mittlerweile zu haben.

    01. Juni 2008, 21:06 Uhr • Melden?
  51. Toll, da habe ich mir gestern auch noch eine halbe Stunde Arbeit selbst wieder versaftet … Anyway. Zweiter Versuch.

    Einen längeren Bericht über die Kiekeberger Tagung gibt es sehr bald auf H-SozKult; vielleicht kann man den aber hier auch noch in Zweitverwendung abdrucken. Der Eindruck, es sei in vielen K’berger Diskussionsbeiträgen nach wie vor um das überhaupt gegangen, ist leider richtig; der, die Chance schon einmal wenigstens ein paar Nägel mit Köpfen zu versehen sei verpasst worden, auch. Hier ist einfach nicht Schweden, oder GB, geschweige denn Canada oder USA, wo die Leute schon wieder drei Schritte weiter sind, aber das ist ein anderes Thema.
    Vorläufig sehe ich folgende Möglichkeiten:
    1. Meine eigene alte Truppe, die passenderweise “Geschichtstheatergesellschaft” heißt, hat am 12-13 Juli im Elztalmuseum Waldkirch JHV und ein Symposium zur Arbeit mit Museumstheater. Wer auch immer es dahin schafft, ist willkommen, und die Diskussion kann weitergehen.
    2. Ansonsten, muss ich, fürchte ich, Thorsten Kreutzfeldt recht geben wenn er meint, dass wir vorläufig mit regionalen Kooperationen weiterarbeiten müssen —- wünschte, ich wäre näher an Tilleda dran.
    3. Das sollte uns nicht davon abhalten, im Rahmen eines von mir aus auch virtuellen Arbeitskreises an der Form, den Modalitäten etc. einer Qualifikationsplattform weiterzuarbeiten.

    Beste groeten,
    wh

    20. Juni 2008, 16:06 Uhr • Melden?
    von Wolfgang Hochbruck
    51
  52. Der Bericht über die Kiekeberger Tagung auf H-SozKult liegt inzwischen vor und findet sich unter folgender URL

    09. Juli 2008, 12:07 Uhr • Melden?
    von Carolyn Oesterle
    52
  53. Vielen Dank für das Feedback, Herr Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck.

    Zu den verpassten Chancen: Für wen?

    Zu den hinterherkinkenden mitteleuropäischen Darstellern: Nach welchen Gesichtspunkten wird definiert, wer und vor allen Dingen weshalb er hinkt?

    Vielleicht sollte auch mal darüber nachgedacht werden, dass amerikanische Formate auf die hiesige Problematiken und Bedürfnisse gar nicht anwendbar sein könnten.

    Vielleicht sollte man – ich greife hier tatsächlich eine Idee M. Therens auf, der sich eine differente, fast schon voneinander (Zueinander?) separierte Szene wünscht – seine Erkenntnisse auf die Zeitstellungen und Kulturen anwenden, wo´s bislang geklappt hat.

    Die Darstellung ab 1700 nach ist nun mal eine völlig andere als die Darstellung 1700 – oder gar 17000 – vor.

    In diesem Ihrem Falle pflichte ich – keiner ist überraschter als ich selbst – Michael Theren bei.

    Ich danke Ihnen für Ihre Bemühungen und wünsche Ihrem Geschichtstheater da, wo´s andwendbar ist, viel Erfolg und alles Gute.

    09. Juli 2008, 21:07 Uhr • Melden?
  54. Gleich im Vorfeld… Man möge mir verzeihen, dass ich meinen Kommentar derart langatmig verfasse. Es ist mir fast ein wenig unangenehm, dass ich mich derartig „ausschweifend“ zu Wort melde. Doch haben sich auch viele Kommentare seit der Verfassung des Artikels von Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck gesammelt.

    Mir scheint, der Begriff „Gütesiegel“ löst bereits im Vorfeld eine allgemeine Ablehnung gegen ein solches aus. Vielleicht ist der Ausdruck ungünstig gewählt. Der Grundgedanke einer Klassifizierung jedoch erscheint mir sehr sinnvoll. Würde dies doch dem Laien – sprich so manchem Veranstalter – einen besseren Überblick verschaffen und Akteure zu mehr Gemeinschaftssinn motivieren können.

    Es gibt Gruppen denen ist es scheinbar gleichgültig, ob für ihre Gewandungen viele kleine „Polys“ herhalten mussten. Dann gibt es Gruppen, die legen zumindest annähernd wert auf eine authentische Darstellung ihrer repräsentativen Zeit und zum Schluss jene, die fast dogmatisch jede Abweichung von belegbarer Geschichte ablehnen.

    Ein Veranstalter kommerzieller Mittelaltermärkte wird keinen Wert auf die authentische Darstellung und Gewandung legen, wenn die Sackpfeifenspielerinnen nur genügend nackte Haut aufweisen können.
    Ein Veranstalter, dessen Augenmerk sehr wohl auf der museal wertvolle Erscheinung liegt weiß mitunter nicht, wo er jene anspruchsvollen Gruppen finden kann. Zumal sein Geldbeutel unter Umständen auch nicht den „Einkauf“ der angesehensten Darsteller erlaubt.

    Es gibt derart viele Gruppen, bekannte, unbekannte, regional und überregional „tätige“ Darsteller, die oft genug „unorganisiert“ ihren Weg verfolgen. Es gibt Gruppen die schon Jahre „im Geschäft“ sind und solche, die sich neu gründen oder/und noch im Anfängerstadium befindlich sind. Doch eins haben sie alle gemein: Ihr Interesse an der mittelalterliche Lebensart, ihrer Darstellung und Vermittlung der Begebenheiten an Interessierte. Wo jedoch im weltweiten Netz ist ihre Plattform?

    In meiner bisher noch kurzen Zeit als aktive Darstellerin sind mir schon viele „Mittelalterfreunde“ begegnet. Von Jenen die sich der authentischen Darstellung verschrieben haben über geschichtlich Interessierte bis hin zu Jenen, die in Gothic-Gewändern, mit Trinkhorn am Gürtel und Glöckchen am Fußgelenk die kommerziellen Mittelaltermärkte bevölkern.
    Bei der letzteren Gattung ist mir übrigens aufgefallen, dass es einige von ihnen nur wider besseren Wissens tun und sich allzu gern zur Authentik „bekehren“ lassen.

    Und hier könnte jenes „Gütesiegel“ greifen. Die sich „bewerbenden“ Gruppen erhalten natürlich keinen Stempel „Geprüfter Geschichtsdarsteller, gültig bis …“ im Sinne einer TÜV-Plakette. Doch ist es nicht durchaus denkbar, Ausrüstung, Erscheinungsbild und Qualifikation klassifizieren zu lassen? Wie von Martin Klöffler (Kommentar 18) angeregt in Form einer „Checkliste“ zur Einordnung des Standards der Gruppe.
    Als „Jury“ bietet sich ein ehrenamtlich tätiges Gremium aus Museen, Archäologen, Geschichtsforscher, Darstellern etc. an, welches natürlich noch gefunden werden muss. Eine Kartei gibt Auskunft über „registrierte“ Darsteller, ihre Angebote, Möglichkeiten und ihre authentische Qualität.

    Hier gäbe es zwei Vorteile, die meiner Meinung nach klar auf der Hand liegen:

    1. Kanalisierung der Möglichkeiten
    Unter der Schirmherrschaft einer Organisation gäbe es eine Anlaufstelle für Akteure sowie Veranstalter. Hier können gezielt nach den Kriterien der geplanten Veranstaltung Gruppen gesucht werden. Im Gegenzug können Darsteller ihre Angebote bewerben. Die Qualität der Angebote könnte so in die richtigen Richtungen kanalisiert werden.

    2. Ein qualifizierter Dialog wird ermöglicht
    Interessierte finden Auskunft und Hilfestellung bei Fragen zur authentischen Darstellung und zur Weiterentwicklung ihrer darstellerischen Entwicklung bzw. bei deren Umsetzung. Neueinsteiger in die Szene brauchen nicht mehr lange suchen und finden passende Ansprechpartner.

    Die angesprochene öffentliche Eventbewertung von Christian Koepfer (Kommentar 8) sehe ich zwar als eine zusätzliche Möglichkeit für „eingetragene“ Gruppen sich Referenzen zu schaffen, kann jedoch kein objektives Profil darstellen, da der „normale“ Besucher meist nicht detailgetreu beobachtet sondern eher das Stimmungsbild einer Veranstaltung wiederzugeben vermag.

    Zu den Äußerungen in verschiedenen Kommentaren über Netzwerke und die Art, wie Gruppen und Veranstalter zueinander kommen gebe ich zu bedenken, dass viele Gruppen überwiegend regional tätig sind. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass unsere Gruppe in einem Umkreis von ungefähr 100 bis 150 Kilometern aktiv ist. Dabei greifen wir auf die Erfahrungswerte der Gründungsmitglieder und jener zurück, die zum Teil schon über 10 Jahre „im Geschäft“ sind.
    Bei der Vielzahl von Veranstaltungen, natürlich auch überregionaler Art, ist es schwer, „auszusieben“ und mit einer entsprechenden Gruppenstärke die Anreise an weiter entfernte Veranstaltungsorte zu organisieren. So bleibt es derzeit halt meist bei den regionalen Veranstaltungen.

    Was mich erschreckt, dass immer wieder auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und Wettbewerbsqualitäten von darstellenden Gruppen angesprochen wird. Meines bescheidenen Erachtens nach sollte es nicht unbedingt eine Preisfrage sein, nach der sich qualitativ gute Darsteller bereit erklären, an historisch wertvollen Veranstaltungen mitzuwirken.
    Auch wenn Anfahrtskosten sowie eine geringe Aufwandsentschädigung natürlich immer gern gesehen sind. Gilt es doch oft genug, Lagergegenstände anzuschaffen, zu ersetzen bzw. Reparaturen am Gemeingut vorzunehmen.

    Ich selbst gehöre einer rund 30 Aktiven umfassenden Gruppe der überwiegend spätmittelalterlichen Darstellung an. Es ist unsere Messlatte, so authentisch als möglich zu sein. Ausrüstung, Gewandung, das Auftreten bei Veranstaltungen werden nach besten Möglichkeiten so anspruchsvoll als möglich gestaltet.
    Dabei wird „Neulingen“ und Gästen durchaus nachgesehen, wenn sie mangels passendem Schuhwerk schon mal in offensichtlich neuzeitlichen Turnschuhen durch die kalte, knöcheltiefe Matsche einer extrem verregneten Veranstaltung waten. Oder wenn heftige Schneefälle zum Osterlager dafür sorgen, dass selbst mit einfachen Schuhen ausgestatte Gruppenmitglieder lieber zu Holzschuhen oder festen Winterstiefeln greifen. Je nach Veranstaltung eben. Und wo es nicht passend ist werden auch Kleidungsstücke ausgeliehen, damit jene, die noch nicht so gut ausgerüstet sind, trotzdem dabei sein können.

    Niemand fängt als „Profi“ an, lässt sich von Anfang an seine Anwesenheit und Darstellung großzügig honorieren und damit die finanzielle Grundlage für seine Ausrüstung schaffen. Wir selbst treten als Gruppe oft genug zum Selbstkostenpreis oder in roten Zahlen gerechnet auf. Das mindert jedoch nicht die Qualität unser Darbietung oder die Informationsbereitschaft den Touristen gegenüber, die auf Veranstaltungen mehr als über das Touri-Maß hinaus Interesse bekunden.
    Jedes Kind, jeder Erwachsene, jeder Gothic, der nach einem Lageraufenthalt bei Historia Magica anerkennend nickend das Gelände verlässt, ist Honorar genug. Leider, das muss ich zugeben, deckt das nicht immer die Kosten der Veranstaltung. Aber dafür ist es ja auch ein Hobby. Und Hobbys kosten nun mal Geld und man baut sie sich nach und nach auf.

    Last but not least, was ist zu tun?

    Es müssen sich ein, zwei Verantwortliche finden, dich sich um Dachverband, Schirmherrschaft etc. kümmern und entsprechende „Fachleute“ zwecks Brainstorming unter einen Hut bringen. Aus diesem Kongress, runden Tisch etc. heraus kann ein Verein oder ähnliches gegründet werden, der „Fachleute“ aus allen Bereichen beherbergt. Es wird unter Einbeziehung beteiligter Darsteller ein Standard festgelegt, der unter allen fachlich qualifizierten Beteiligten zur Abstimmung gebracht werden soll. Das Resultat sollte eine Datenbank sein, welche informativ doch neutral verfaßt über zur Verfügung stehende Gruppen und ihre authentische Qualität Auskunft geben kann.

    Dabei geht es nicht um die Frage, zu welchem Tarif welche Gruppe gebucht werden kann oder ob eine Gruppe durch ein selbst eingeredetes Raster fällt, nur weil sie keine handgewebten Borten oder maschinengenähte Gewänder trägt.
    Hier sollte es darum gehen, dass museale Veranstalter einen direkten Zugriff auf für ihre Zielsetzung geeignete Darsteller haben, Reenactementveranstalter Gruppen für ihre Veranstaltungen finden und Neulinge sowie an der Szene interessierte Leute Ansprechpartner und eine Plattform finden, die ihnen in ihrer Weiterentwicklung behilflich sind.

    Wie Christian Gollmar in Kommentar 31 so schön schreibt: „Einsteigern könnten die gefundenen Qualitätsstandards ja durchaus nützlich sein, könnten sie doch vor Fehlern und Fehlanschaffungen bewahrt werden.“
    Ich selbst gehöre zu den Einsteigern und bin dankbar für Veranstaltungen wie in Tilleda 2008, bei denen jeder Beteiligte noch eine Menge dazu lernen kann. Denn selbst wenn man glaubt, man setzt seine Zeit gut um… es geht immer noch besser und es gibt immer noch etwas dazu zu lernen. Doch das geht nur, wenn eine Krähe der anderen kein Auge aushackt und Etablierte sowie Neulinge Hand in Hand arbeiten. Diese Zielsetzung denke ich, könnte ein „Gütesiegel“ mit Sicherheit verfolgen.

    29. Juli 2008, 20:07 Uhr • Melden?
    von Geli Fink
    54
  55. Ich beziehe mich auf Beitrag 51 (Wolfgang Hochbruck)

    “Die Diskussion kann weitergehen” ist im Beitrag zu lesen. Das hat mich sehr begeistert. Die Frage ist nur wo, wie und mit wem.

    Es hätte mich sehr glücklich gemacht die Ankündigungen für die aktuellen Tagungen hier zu lesen.

    Wenn auch leider zu spät hier die Veranstaltungen:
    http://portal.uni-freiburg.de/historische-lebenswelten/veranstaltungen

    Auch sehr interessant:
    http://portal.uni-freiburg.de/historische-lebenswelten/projekte/kommer
    Der Darsteller als Objekt der Forschung.

    MfG
    Sylvia Crumbach

    11. Dezember 2008, 13:12 Uhr • Melden?
  56. Leider scheint es hier im Sande zu verlaufen/ verlaufen zu sein/ verlaufen gelassen zu werden?!

    Jedenfalls folgte dem angekündigten Vorgehen nichts (!) weiter.

    Ein Online-Bericht über den Tagungsverlauf wäre wünschenswert gewesen. Bislang konnte ich jedoch nirgendwo (!) einen finden. (Man möge mich korrigieren.)

    Auch befremdet es mich, das keine größerflächigen Ausschreibungen zu Veranstaltungen wie dieser hier lanciert wurden:

    http://portal.uni-freiburg.de/historische-lebenswelten/cfp_staging

    Den Dialog scheint man dann doch wohl nur selektiv gerichtet zu suchen!? Ich nehme mit meiner Frage Bezug auf den letzten Absatz im hier betroffenen Artikel. Unter “Daran können und sollten sich möglichst viele beteiligen…” verstehe ich eigentlich etwas anderes als nicht beworbene Veranstaltungen.

    Aber als Lieferant für Fallbeispiele (bis hin zum Feindbild) darf dann wieder die gesamte “Szene” wieder gerne dienen:

    http://portal.uni-freiburg.de/historische-lebenswelten/projekte/kommer

    In meiner alten Heimat gibt es hierfür einen schönen Begriff: Kantönligeist.

    11. Dezember 2008, 14:12 Uhr • Melden?
  57. Frau Crumbach, nun dürfen wir uns was wünschen!:-)

    11. Dezember 2008, 14:12 Uhr • Melden?
  58. Das Tagungsprogramm und eine Einladung zur Teilnahme am “2. Waldkircher Museumsgespräch” zum Thema Qualitätsmanagement im Museumsthater sind fast fertig. Die Tagung war so international und im engeren Sinne wissenschaftlich ausgerichtet, dass wir uns drauf verlassen haben, dass die brennend Interessierten die Ausschreibungen etc. verfolgen und mitkriegen — sorry, wenn das nicht so funktioniert hat. Die Tagung findet vom 23-25. 4. in Freiburg statt, am 26 folgt dann in Waldkirch von 11-4 das Museumsgespräch. So viel vorab.
    Beste Grüße,
    wh

    12. Januar 2009, 19:01 Uhr • Melden?
    von Wolfgang Hochbruck
    58
  59. Es ist so wie es ist immer ist, wenn ein Thema von der Wissenschaft entdeckt wird.. Erst wird es abgelehnt, dann wird es selbst sehr wundersam entdeckt.. und bekommt dann einen neuen Namen (hier “Geschichtstheater”) und wird dann aus der Perspektive des Sachfremden beleuchtetet, der sich dann auch nicht scheut, der Sache ferne Elemente ( hier: Mittelalterspektakel) galant mit in den Topf zu werfen, damit sich der Forschungsgegenstand so weit erweitert, das es sich lohnt einen Lehrstuhl darum herum aufzubauen.
    Man fragt sich, ob hier der Sache gedient ist oder einigen wenigen Personen, die sich mit den Bemühungen anderer ihre Meriten verdienen wollen.
    Ich beschäftige mich nun seit fast 15 Jahren mit dem Thema, hochwertige historische Darstellung an den Mann zu bringen, als Akteur und letztendlich nun als Veranstalter, und mit dem Hintergrund dieser Erfahrungen nicht feststellen, dass die bisherigen Ergebnisse, auch nur im Ansatz erkannt haben, was dahinter stecken kann und wo die Praxis den Gedankenspielen der Theoretiker schon meilenweit davongaloppiert ist.
    Ich schaue gespannt auf das Treiben… und arbeite hart praktisch, in dem ich u.a. mit den ambitionierten Akteuren eine Qualitätsmanagment erarbeite und dem – möglicherweise erst wenig interssierten – Besucher verantwortlich Inhalte und Möglichkeiten der Historischen Darstellung auf einer Veranstaltung, die auch von dne Akteuren mitgestaltet wird, nahebringe.
    Mal sehen wann, die “Kollegen” in Freiburg wach werden und sich real und praktisch dem Thema nähern, anstatt geistig über die deutschen Mittelaltermärkte zu stolpern..
    Wie gesagt: Man bleibt gespannt!

    13. Januar 2009, 17:01 Uhr • Melden?
  60. Dem Kollegen Meiritz ist uneingeschränkt zuzustimmen.
    In einer Zeit wo die Träger (auch stumpfer Waffen) kriminalisiert werden, wo ein legaler Tiertransport nach EU-Recht kaum noch möglich ist, wo Reenactors von der Gema und der Künstlersozialkasse gejagt werden…
    erstaunt mich die ausgeprägte Neigung zur Selbstkastration und der Ruf nach geführter Ordnung immer wieder, oder eigentlich auch nicht mehr…

    15. Januar 2009, 12:01 Uhr • Melden?
    von Michael theren
    60
  61. @ Steve Lenz
    Ich weiß nicht, woher Sie Ihr Bild von ‘der Wissenschaft’ nehmen – einem Dialog scheint es mir nicht unbedingt dienlich. Wenn Sie wirklich an den Projekten der Forschergruppe – auch dem ‘Kleingeistigen’ zur MA-Szene – interessiert sind, dann kommen Sie doch zu der Tagung – oder suchen auf einem anderen Weg das Gespräch.
    Schon, damit ich nicht in die Versuchung gerate, meinerseits ‘Feindbilder’ zu produzieren (was ich eigentlich nicht als meine Aufgabe sehe).
    Beste Grüße
    Sven Kommer

    15. Januar 2009, 22:01 Uhr • Melden?
    von Sven Kommer
    61
  62. @Steve Lenz und C.Meiritz,
    sorry, die Antwort war nicht ganz richtig adressiert. Die Frage nach dem Bild von WIssenschaft geht natürlich an C.Meiritz.
    Sorry
    S. Kommer

    15. Januar 2009, 22:01 Uhr • Melden?
    von Sven Kommer
    62
  63. @Sven Kommer

    Ich stimme Claus M. in allen Punkten allerdings zu, Hr. Kommer.

    Mir ging es in dieser Angelegenheit darum, dass auf der einen Seite projeziert wird, an Gesprächen und Kooperation interessiert zu sein – RL allerdings aus Richtung des Initiators (zu) wenig Aufwand betrieben wird, dies auch zu bestätigen. Wenn das im Sinne eines “Auswahlverfahrens” war, kann ich´s hingegen nachvollziehen.

    @Michael Theren:

    Wieso denn diese (geradezu chauvinistische) Überzeichnung?
    Ich sehe die Einrichtung von Kontrollinstanzen eher als eine Art Impfung: Ein kurzer Pieks, dann muss man sich mit den Krankheiten nicht mehr abgeben.

    16. Januar 2009, 13:01 Uhr • Melden?
  64. Der Bericht zur Tagung “Staging the past” ist on-line:

    http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=2699

    MfG
    Sylvia Crumbach

    20. Juli 2009, 19:07 Uhr • Melden?

Ihr Kommentar zum Artikel „Qualität mit Zertifikat - im Geschichtstheater“


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