Geschichtspodcast 2 Von Ägypten zu Queen Elisabeth I.

Die Themen der zweiten Ausgabe des Geschichtspodcasts: Ägyptens versunkene Schätze, Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation und der Codex Manesse, Suchfunktion bei chronico.de, Musik von Pantagruel und Musica Romana, Kaiser Constantin in Trier, Biografie von Kaiser Friedrich II.

Ägyptens versunkene Schätze in Berlin

Die zweite Ausgabe des Geschichtspodcasts möchte ich mit einem Ausflugstipp nach Berlin beginnen. Zumindest ist die seit Mai laufende Ausstellung „Ägyptens versunkene Schätze“ im Martin-Gropius-Bau eine Reise an die Spree wert. Einen Bericht dazu finden Sie auch im Magazin chronico. Die Schau endet am 4. September und zeigt einige Hundert Stücke, die der Unterwasserarchäologe Franck Goddio aus dem antiken Alexandria und der Bucht von Abukir geborgen hat, darunter mehrere fantastische Riesenstatuen, die einst den Tempel von Herakleion bewachten. Wie diese Stadt und Teile Alexandrias versank auch Kanopus im Laufe des 7./8. Jahrhunderts im Meer. Auch die Arbeit der Unterwasserarchäologen wird in der Ausstellung optisch gelungen umgesetzt. Wenn Sie sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen wollen, planen Sie bitte ausreichend Zeit ein. Die Schau öffnet Punkt 10 Uhr, seien Sie am besten wenigstens 20 Minuten vorher dort, denn schon im Laufe des Vormittags bilden sich lange Warteschlangen vor dem Gropius-Bau. Mit einer sog. VIP-Karte kommt man zwar direkt durch den Nebeneingang hinein, aber das kostet schlappe 30 Euro. Die normale Karte für 10 Euro ist die Schau auf alle Fälle wert. Nur von den vielen Besuchern sollte man sich nicht stören lassen und in manchen Räumen lieber etwas warten, bis die vielen Reisegruppen diesen verlassen haben. Es lohnt sich – ich empfehle den Raum, der den Untergang der Städte thematisiert.

Erratum
Ein Fehler hat sich in diesen Podcastbeitrag eingeschlichen: Natürlich standen die Riesenstatuen nicht vor dem Tempel von Heliopolis, sondern von Herakleion! Asche auf mein Haupt.
Eine Stadt namens Heliopolis gab es allerdings auch. In hellenistischer Zeit war dies der Name des heute als Baalbek im Libanon bekannten Ortes.
(Marcel Schwarzenberger; 10. August 2006)

www.aegyptens-versunkene-schaetze.org

Magdeburg und der Codex Manesse

Und noch ein Ausstellungstipp: Am 28. August startet die Schau „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation – von 962 bis 1806“ in Magdeburg und Berlin. Während das Deutsche Historische Museum Berlin sich der Neuzeit, also vom ausgehenden 15. Jh. bis zum Jahre 1806 widmet, schaut das Kulturhistorische Museum Magdeburg ganz tief ins Mittelalter. Derzeit wird die Ausstellung aufgebaut, einige Ausblicke haben wir in einen Beitrag im Magazin chronico zusammengestellt. Für Freunde mittelalterlicher Buchkunst sowie historischer Musik an dieser Stelle noch einen ganz besonderen Tipp. Nach 15 Jahren erblickt der berühmte Codex Manesse (oder Manessische Liederhandschrift“ wieder einmal das Licht der öffentlichen Welt. Die Unibibliothek Heidelberg hütet das Werk, in dem die bekanntesten Minnedichter des 12. und 13. Jhs. versammelt sind, wie einen kostbaren Schatz. Kein Wunder – der Codex hat einen Versicherungswert von 50 Millionen Euro. 8 Seiten dieses Werkes werden nacheinander aufgeblättert.
Und den Codex gibt es auch zu hören. Ende September bringt die Capella Antiqua Bambergensis gemeinsam mit Schauspielern und Synchronsprechern ein Hörbuch sowie ein Musikalbum rund um den Codex Manesse heraus. Premiere ist – natürlich – im Kulturhistorischen Museum Magdeburg. Wir halten Sie weiter auf dem Laufenden.

www.dasheiligereich.de/neu/start.html

Antike und Renaissance: Musica Romana und Pantagruel

Auch aus der Musik haben wir wieder etwas für Sie. 2 CD-Vorstellungen nämlich, die zeitlich sehr weit auseinander liegen. Wie die römische Antike geklungen haben könnte, das hat das Ensemble Musica Romana recherchiert. Die Gruppe hat in ihren Reihen professionelle Musiker und Musikhistoriker. Eine wunderbare Mischung, um die überlieferte Musik der römischen Kaiserzeit, die ja wiederum vom hellenischen Griechenland beeinflusst ist – zu Gehör zu bringen. So geschehen auf der Scheibe „Symphonia Panica – Klänge der Römerzeit“, erschienen bei Emmuty Records. Der Clou: Alle Stücke werden auf detailgetreu nachgebauten Instrumenten gespielt, deren Originale bei archäologischen Grabungen in Deutschland und Österreich gefunden wurden.
An den englischen Hof der Königin Elisabeth entführt uns das Trio Pantagruel. Die Musik auf dem Album „Elizium“, das im September bei Totentanz Records erscheint, stammt aus der Feder englischer Renaissance-Dichter des 16. Jhs. Pantagruel erzählt eine Art musikalischer Autobiografie der Königin, die als „Virgin Queen“ in die Geschichte einging. Einige Hörbeispiele des Albums haben wir vorab schon einmal für Sie bei chronico in den Musiktipps, Rubrik „hören“ eingestellt. Viel Spaß damit.

Ach ja: Auch von Musica Romana werden wir in Kürze einige Anspieler bei chronico präsentieren. Und natürlich haben wir beide Alben ausführlich behandelt – wie gewohnt in der Rubrik „besprechen“.

Constantin-Vorlesungen in Trier

Dass Universitäten und Museen eng zusammenarbeiten ist ja an sich nicht ungewöhnlich und sollte eigentlich die Regel sein. Am schönsten ist es jedoch, wenn interessierte Laien direkt davon profitieren. Wie das funktionieren kann zeigt die Universität Trier. Die startet im neuen Wintersemester 2006/7 eine öffentliche Ringvorlesung zum Thema „Constantin – der Beginn einer neuen Ära?“
Constantin, der Begründer Konstantinopels, war nicht nur der bedeutendste spätrömische Kaiser, sondern steht auch im Zentrum eine Ausstellung, die von Juni bis November 2007 zu besichtigen sein wird. In Trier natürlich. I.d.R. treffen sich im Vorfeld großer Ausstellungen namhafte Wissenschaftler zu Kolloquien. Die Ergebnisse kann der Geschichtsfan meist in Handbüchern nachlesen. In diesem Fall kann sich jeder Geschichtsinteressierte, der den Weg nach Trier nicht scheut, direkt mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um Constantin befassen. Die Uni holt Experten für Alte Geschichte, Archäologie, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte aufs Podium. Sie werden die Regierungszeit des Kaisers, deren Auswirkungen bis heute zu spüren sind, aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten.
8 Vorträge sind geplant. Los geht es am 15. November in der Uni Trier. Leider wird das Programm erst im Herbst bekannt gegeben. Wir halten Sie in unserem Terminkalender auf dem Laufenden. Natürlich demnächst mit Details zur Constantin-Schau im nächsten Jahr.

Zeitgenössischer Blick auf Friedrich II.

Und noch ein Blick auf eine Buchneuerscheinung aus dem Patmos-Verlag. Das Werk heißt „Kaiser Friedrich II.“, verfasst von Klaus van Eickels und Tania Brüsch. Das Buch ist keine gewöhnlich Biografie, sondern eine Sicht auf das Leben des Stauferkaisers in authentischen Quellen des Mittelalters. Von der Geburt 1194 in Jesi bis zum Tod des Kaisers 1250 reichen die hier vorgebrachten Quellen. In Übersetzung und ausführlich kommentiert von den Autoren.
Eine ausführliche Besprechung des Buches erscheint im Magazin chronico. Vorab möchte ich einmal kurz Ihr Gehör auf einige Ausschnitte des Werkes lenken, die die Zusammenstellung der Texte gut verdeutlichen. Und zwar am Beispiel der zweiten Bannung des Kaisers durch Papst Gregor IX. Vom 20. März 1239. Die schriftlichen Zeugnisse sind ein Musterbeispiel der politischen Auseinandersetzung zwischen deutschem Kaisertum bzw. den Staufern im Speziellen sowie dem Apostolischen Stuhl. Hören wir mal rein…

www.patmos.de

Musik von Podsafe Music Network

Zum musikalischen Abschluss präsentieren wir den Song “Why” von Harri Best aus Großbritannien – ein wunderschönes Gitarrenstück.

www.harribest.com

Artikel aus der Rubrik „Geschichtspodcast“

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