Sonorous Din Debütalbum: Kraftvolles Getöse mit Tiefe

Sonorous Din kann gute Geschichten erzählen. Auf ihrem Debütalbum breitet das Lüdenscheider Sextett einen ganzen Strauß hörbarer deutscher Texte aus. Der Name der Band bedeutet soviel wie „klangvolles Getöse“ – eine passende Beschreibung. Die Musik rockt und bleibt stets melodisch. Mit Mittelalter-Rock hat das Album indes wenig zu tun. Die Verbindung zum Genre liegt allein in den Songtexten begründet.

Ohne Schnörkel ins Ohr

Das Markenzeichen von Sonorous Din könnte die sympathische Ehrlichkeit sein, mit denen sie ihren ersten Longplayer aufnahm. Ungeschnörkelt und direkt kommen die Stücke daher. Technischer Schnickschnack und eine Tonabmischung, die dem Livecharakter der Aufnahme geschadet hätte, blieben aus. Den Stimmen der beiden Sänger Jamina La Rocca und Thomas Haferberger ist das auch anzuhören – mit all den leichten Unebenheiten wie sie Livemitschnitten eigen sind. Sonorous Din existiert seit 1999 und hat sich in zahlreichen Bühnenauftritten geformt. Die Gruppe ist keine Studioband und das merkt man.

Die erst 16 Jahre alte Jamina legt einen guten Einstand vor. Mit Lust und Kraft singt sie sich durch die meist mehrstimmigen Lieder. Dass sie über mehrere Stimmhöhen verfügt, ist schnell zu merken. Leider lässt sie das zu selten hören. Mit dem Ergebnis, dass ihre Einsätze in einigen Stücken zwar klangvoll aber recht eintönig kommen. Dass sie auch anders kann, beweist die junge Sängerin in den Liedern „Rituale“ und „Assasini“, wo sie mit kraftvollem Einsatz überzeugt.

Umrahmt werden die Stimmen von saftigen Gitarrenriffs (Alexander Funke), die kaum danebengehen, treibenden Sounds von Schlagzeuger Mario La Rocca und den Bässen des dritten Familienmitglieds Stefanie La Rocca. Für Folkklänge sorgt Katharina Vogt, die seit ihrem vierten Lebensjahr die Geige spielt. Und das tut sie auch mit gutem handwerklichen Geschick. Ein wenig mehr Frechheit sei ihr aber zugestanden. Ihren Einsatz im Stück „Zwischen Leben und Tod“ geht sie recht vorsichtig an. Nötig hat sie das nicht.

Gute Basis mit Geschichte

Klasse Rockmusik mit Bezügen zu historischen und mystischen Themen. Das ist eine eingängige Mischung. Ins Ohr geht etwa das Stück „Assasini“, das auf die Geschichte des „Alten vom Berge“, dem syrischen Assassinenführer im 12. Jh., anspielt. Zauberlehrlinge, Hexen und eine oft mittelalterlichen Dichtern zugeschriebene Melancholie sind die Subjekte der anderen Songs.

Nach etlichen Wechseln innerhalb der Gruppe (von der Urformation sind Mario, Stefanie und Thomas geblieben) sieht Bandleader Mario nun die Zeit für stabile Entwicklung gekommen. Das lebendige Debütalbum lässt auf eine gute Entwicklung hoffen.

Live 2006

4.3. Kouressis, Altena
10.3. Blaues Haus, Finnentrop
11.3. Live Station, Emergenza Halbfinale
6.4. Valhalla, Gummersbach
22.4. Rockit, Arnsberg
5.5. Rockocko, Kierspe
20.5. Mausefalle, Bonn
27.5. Casablanca, Siegen
29.9. Yellowstone, Bergkamen

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