Inkaspuren in Peru Besuch in Tawantinsuyu

FotoStory
Machu Picchu, die berühmte Inka-Stadt im heutigen Peru. © Michael Schwarzenberger

Von der Wiege des Inkagoldes zum schönsten Berg der Welt – während einer 22-tägigen Trekkingtour begegneten wir in Peru oft den Spuren der Inka. Eine Hommage zum 100. Jahrestag der Wiederentdeckung Machu Picchus durch Hiram Bingham.

1 Wir starten unsere Tour im Juli 2010 in Perus Hauptstadt Lima. In der Kathedrale entdecken wir dieses Fresko mit einem Motiv zur Landung des spanischen Eroberers des Inkareiches, Francisco Pizarro (1532). Doch wir wollen vor allem den Spuren der Inka folgen, die ihr Land „Tawantinsuyu“ nannten, das Land der vier Weltgegenden. © Michael Schwarzenberger
2 Ein Höhepunkt der Tour: Auf einsamen, fast touristenfreien Pfaden sind wir auf Trekkingtour zur „vergessenen“ Inkafestung Choquequirao im Nebelwald hoch über dem für die Inka heiligen Tal des Apurimac. Das ist Inka-Kerngebiet. © Michael Schwarzenberger
3 Am dritten Tag liegt, überwuchert von Nebelwald, Choquequirao vor uns. Im Bild zu sehen ist eine Teilanlage außerhalb der Kernstadt. Erst 3 – 5 Prozent dieser Inkastadt mit ihren zwischen Himmel und Erde schwindelerregend „schwebenden“ Terrassen sind bislang archäologisch freigelegt. Die architektonischen Bezüge zu Machu Picchu sind nicht zu übersehen. © Michael Schwarzenberger
4 Zur Erkundung der freigelegten sowie der unter Vegetation versteckten Anlagenbereiche haben wir ausreichend Zeit. Der Hit: Wir sind mutterseelenallein. Es ist ein Kontrastprogramm zu Machu Picchu mit den dort üblichen Tausenden von Touristen an einem Tag! Machu Picchu werden wir aber später noch besuchen. © Michael Schwarzenberger
5 Choquequirao: Das architektonische Erbe aus der Inka-Zeit ist grandios anzuschauen. Die Inka hoben sich dramatisch mit ihrer Baukunst, mit ihrem Städte- und Festungs-, aber auch Straßen- und Wasserkanalbau sowie mit ihrer Landschaftsarchitektur von allen anderen amerikanischen Zivilisationen ab. © Michael Schwarzenberger
6 Choquequirao: Tor aus riesigen, ineinander gefügten Steinblöcken. © Michael Schwarzenberger
7 Blick auf das Zentrum. Ringsum im Bergwald „schlummern“ weitere Ruinen. Die umliegenden Berghänge sind auf wahnwitzige Weise terrassiert, meist von Nebelwald überwuchert. Hier wurde Getreide (vor allem Mais), Feldfrüchte wie Kartoffeln, Bohnen etc. angebaut oder es weideten Alpakas und Lamas. © Michael Schwarzenberger
8 Die Lama–Terrasse wurde erst 2002 entdeckt. Den Namen hat sie von den Tiergestalten auf dem in Amerika einmaligem Fries. Die Bedeutung ist noch unklar. Tieropfer wurden aber von den Inkas fast täglich dargebracht; hauptsächlich Lamas. Menschenopfer waren wesentlich seltener als in etwa in den präkolumbianischen Kulturen Mesoamerikas. Es gab sie vor allem in schwerigen Zeiten; etwa in Dürreperioden. © Michael Schwarzenberger
9 Auf- und Abstiege sind sehr beschwerlich. Die Stufen sind mitunter sehr hoch und bringen uns zum Keuchen. Inkas waren kleiner; umso erstaunlicher war ihre Leistungsfähigkeit bei Bau und Bewirtschaftung der Terrassen. Das kleine Bild links zeigt die Nahaufnahme eines Lamas in der Lama-Terrasse. © Michael Schwarzenberger
10 Wir erholen uns in der alten Inka-Hauptstadt Cusco. Seit der Machtbeseitigung des letzten Inka 1533 durch Pizarro wurde die Stadt durch den spanischen Kolonialstil geprägt. © Michael Schwarzenberger
11 Typische architektonische Mischkultur in Cusco: Auf den Mauern eines alten Inkapalastes erhebt sich der erzbischöfliche Palast; heute ein Museum. © Michael Schwarzenberger
12 Erdbebensichere Architektur: Die Inka bauten schlicht und exakt. Ihre Gebäude sind von immensen Steinfundamenten und Mauern ohne Mörtel geprägt. Vieleckige, perfekt behauene Steinblöcke wurden passgenau wie Puzzleteile ineinander gefügt. © Michael Schwarzenberger
13 Kopie einer Goldplatte aus dem Museum in Cusco mit der Darstellung des Inka-Kosmos: Zu sehen sind am unteren Rand Felder, links der heilige Fluss Urubamba, in der Mitte das Kreuz des Südens und dazwischen Gottheiten. © Michael Schwarzenberger
14 Eine peruanische Pracht ganz anderer Natur: Cantutata-Blüten waren den Inkas heilig und sind heute die Nationalblumen Perus. Wir sind auf dem Weg nach Machu Picchu. © Michael Schwarzenberger
15 Die einmal nicht in Nebel gehüllte Inka-Zitadelle Machu Picchu am Fuß des Huayna Picchus (seit 1983 Weltkulturerbe der UNESCO). Die Anlage zählt zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Südamerikas. 2.350 m hoch, und spektakulär auf einem Bergsattel über dem Urubambatal gelegen, wurde sie nicht von Spaniern erobert, sondern von den Inkas verlassen. Die Inka passten ihre Architektur gekonnt der Landschaft und den geologischen Bedingungen an. Das Plateau auch dieser Stadt wurde zum Schutz vor Erdbeben und Witterungseinflüssen völlig umgestaltet und zum Teil künstlich aufgebaut. © Michael Schwarzenberger
16 Die verschiedenen Viertel der Inka-Stadt Machu Picchu sind exakt abgegrenzt. Rechts sind die Terrassenfelder zu sehen; links der königliche Bezirk, in der Mitte eine Tempelanlage (Kondortempel) © Michael Schwarzenberger
17 Die Stufen führen hinauf zum Intihuatana-Stein, der womöglich sternenkundlichen Zwecken diente, vor allem die genauen Daten der Sonnenwenden anzeigte. © Michael Schwarzenberger
18 Atemberaubender Blick aus den Ruinen von Machu Picchu in die umliegende Bergwelt Perus. © Michael Schwarzenberger
19 Beschwerlicher Aufstieg von gut 300 Höhenmetern auf den Huayna Picchu. Von bis zu 4.000 Touristen – so viele kommen an besonders besucherstarken Tagen – dürfen regelmäßig aus Sicherheitsgründen nur wenige den Aufstieg wagen. Nur die ersten 400 Besucher, die sich melden, können aufsteigen: je 200 um acht Uhr sowie um 10 Uhr. Die engen Verhältnisse am Berg und die Hitze erlauben nicht mehr. © Marcel Schwarzenberger
20 Der Berg war wohl hauptsächlich ein militärischer Beobachtungspunkt hoch über der Festungsstadt. Bis zum Gipfel hinauf wurde auch dieser Berg für landwirtschaftliche Zwecke schwindelerregend terrassiert. © Michael Schwarzenberger
21 Auf dem Gipfel des Huayna Picchu (2.634 m ü.M.) verschlägt es einem den Atem. Das Panorama der Festungsstadt, der Nebelberge rundum und des sich in der Talschlucht mäandernden Urubambas sowie die Sicht auf schneebedeckte Anden-Sechstausender am Horizont sind überwältigend. © Michael Schwarzenberger
22 Wohnhaus mit Terrasse: In Machu Picchu wird deutlich, wie konzentriert die Inka den geringen Platz auszunutzen verstanden. © Michael Schwarzenberger
23 Etwa 4.000 km Steinstraßen (gepflasterte Wege, in Fels gehauene Treppen über oftmals schwindelerregende Abgründe) führten von Inkazitadellen in alle Himmelsrichtungen des Reiches. Sie dienten der Nachrichtenübermittlung durch rennende Boten, aber auch für den Transporten von Lebensmitteln. © Michael Schwarzenberger
24 Inkastraßen querten auch bis zu über 5.000 Meter Höhe die Anden. Unsere mehrtägige Tour auf dem Santa Cruz Treck in der Cordillera Blanca führte uns über den 4.750 Meter ü.M. gelegenen Pass „Punta Union“, den auch schon die Inka und Kulturen vor ihnen nutzten. © Michael Schwarzenberger
25 Der 5.968 m hohe Alpamayo, umgeben von mehreren Sechstausendern, gilt als einer der schönsten Berge der Welt. In solchen Eisregionen der Anden befanden sich auch heilige Bezirke der Inkas; manchmal legten sie dort Menschenopfer nieder, wie Kindsmumienfunde z.B. in Südperu beweisen. © Michael Schwarzenberger
26 Andentäler wie das Quebrada Huaripampa-Tal in der Cordillera Blanca waren auch vor und zu Zeiten der Inkas bewohnt und landwirtschaftlich genutzt. Die heutige indigene Bevölkerung der Andenregionen lebt und wirtschaftet noch stark in den Traditionen der Vorfahren. © Michael Schwarzenberger
27 Ähnlich sind unsere Erlebnisse am 3.800 m.ü.M. gelegenen Titicaca-See (er ist 19-mal größer als der Bodensee). So sind etwa auf der Halbinsel Capachica zahlreiche, teils verwitterte Felder und Terrassen aus der Inkazeit erkennbar. Zu geringem Teil werden sie heute noch landwirtschaftlich genutzt. Auch die Erzeugnisse (kleines Bild) entsprechen der Tradition. © Michael Schwarzenberger
28 Der dem Inka-Sonnengott geweihte Wiracocha-Tempel in Raqchi (Andenhochland) war ein zentrales Heiligtum und Pilgerstätte mit Unterkünften. Viele Rundhäuser dienten der zentralen Lagerung von Getreide, Kartoffeln usw. Zur Ernährung der Bevölkerung und Befriedung der unterworfenen Völker benötigten die Inka im Riesenreich Unmengen an Nahrungsmitteln. © Michael Schwarzenberger
29 Lamas werden wie zu Inkazeiten von Indiobauern der Anden mit bunten Fäden geschmückt; manchmal sind es Tausende Fäden zu besonderen Anlässen. Der uralte Brauch dient der Kennzeichnung der Tiere und als Erntedank an Pachamama („Mutter Erde“). © Michael Schwarzenberger
30 Die indigene Bevölkerung der Anden lebt, baut und wirtschaftet oftmals noch angelehnt an die Traditionen der Inkazeit. © Michael Schwarzenberger
31 Bäuerin auf ihrem Feld im Andenhochland. © Michael Schwarzenberger
32 Auf Märkten wird wunderschöne, kuschelweiche, qualitativ gute Alpaka-Wollware in herrlichen Farben und oft mit traditionellen indigenen Mustern angeboten. © Michael Schwarzenberger
33 Die Menschen der Anden können trotz einfachem, oft ärmlichem Lebens intensiv und stimmungsvoll feiern. Ein guter Abschluss unserer Reise in Huaraz. © Michael Schwarzenberger

2 Kommentare

  1. Soeben noch den Vorspann an den Jahrestag (Machu Picchu) angepasst und auch eine kleine Korrektur vorgenommen. Wir haben nochmals die Besucherzahlen geprüft, die tatsächlich täglich auf den Huayna Pichu (der Berg neben der Inka-Stadt) steigen dürfen. Es sind mehr als zuvor im Begleittext zu Foto Nummer 19 verzeichnet waren. Dort ist die korrekte Zahl zu finden.
    Hinweis für Besucher: Bitte vorher klären, wie man nun auf diese Berg kommt; seit 2010 (als die hier beschriebene Reise stattfand), hat es weitere Verschärfungen für die Aufstiegsmöglichkeiten gegeben. Was nicht zuletzt wohl auch auf Betreiben der Unesco passiert.

    06. August 2011, 19:08 Uhr • Melden?
    von Marcel Schwarzenberger
    chronico
    1
  2. Dies ist der erste Artikel den ich auch Chronico lese, habe allerdings gelegentlich schon vorbei geschaut. Euer Relaunch ist euch wirklich super gelungen! Die Bilder hier sind wirklich atemberaubend. Chronico macht die sonst vergleichsweise trockene Geschichte real und greifbar. Sehr gelungen, werde wohl doch mal öfter vorbei schauen und den ein oder anderen Artikel lesen.

    06. August 2011, 23:08 Uhr • Melden?

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