Mallorca-Roman Zwei Damen im Kriegsgemenge

Mallorca im Jahre 1343: Das Inselreich wird von König Pere IV. zu Katalonien-Aragón erobert. Auch die Burg von Marranx fällt dem Gegner in die Hände – und mit ihr die beiden Grafentöchter Miranda und Soledad.

Drama im 14. Jahrhundert

Im Frühsommer 1343 wird Guifré Espin, Graf von Marranx, in seiner Burg auf Mallorca angegriffen. Die Feinde sind Verbündete von König Pere, welcher König Jaumes vom mallorquinischen Thron gestoßen hat.

Persönliche Gründe der Gegner spielen neben den politischen eine große Rolle, als der Graf von Marranx angegriffen wird. Besonders stark ist das Bedürfnis auf Rache bei Ritter Domenech Decluer, dem der Graf vor Jahren seine Braut ausgespannt hat. Decluer kam dadurch um den erhofften Titel als Graf. In einem heldenhaften Kampf allein gegen seine Feinde kommt der Graf zu Tode. Seine Töchter flüchten mit Hilfe seines Vertrauten und Leibdieners zunächst in ein Fischerdorf und führen dort unter falscher Identität ein armes Leben.

Decluer entdeckt und entführt Miranda, die ältere Tochter, als er sie nach Jahren zufällig entdeckt. Aus Angst, ebenfalls in Decluers Hände zu fallen, flüchtet die jüngere Soledad mit Hilfe der Fischer an König Jaumes’ Hof. Er ist ein Verwandter, bei dem sie sich Schutz erhofft. König Jaumes schart in dieser Zeit Söldner aus verschiedenen Ländern um sich. Er plant, Mallorcas Thron zurück zu erobern. Zu seinen Söldnern gehört auch der deutsche Ritter Andreas von Ranksburg, der sich in Soledad verliebt.

Ihre ältere Schwester Miranda wird von Ritter Gabriel aus Decluers Händen befreit und gelangt zu König Pere an den Hof, wo sie ihre alte Stellung wieder einnehmen kann. Zunächst wütet die Pest auf Mallorca und beide Parteien können die Stärke des Gegners nicht richtig abschätzen. Als die Pest abklingt, kommt es zur blutigen Schlacht und dem Höhepunkt im Drama um die Grafentöchter.

Lesefutter für Lorentz-Fans

Die broschierte Ausgabe gehört ins Gepäck für einen interessierten Mallorca-Urlauber. Der Roman ist unterhaltend und leicht zu lesen. Die landschaftliche Kulisse vom mittelalterlichen Mallorca wird in vielen Passagen angenehm beschrieben. Allgemein ist der Roman recht informativ, auch was den historischen Rahmen angeht.

„Eric Maron“ ist das Pseudonym des deutschen Autoren Elmar Lorentz, der gemeinsam mit seiner Frau Iny unter anderen die „Wanderhure“-Bücher verfasste. Er beschreibt nur ab und zu detailliert, so dass es nicht störend langweilig wird. So erwähnt er wie beiläufig, welcher Stand welche Waffen benutzt und woraus sie hergestellt wurden. Oder wie neue Wappen entworfen wurden. Dadurch, dass die beiden Hauptcharaktere in den verfeindeten Parteien agieren, sind beide gleichwertig in der Handlung und der historische Hintergrund wird leicht verstehbar.

Durch die Figur von Ritter Andreas von Ranksburg gelingt es Maron sogar noch etwas deutsche Geschichte mit einfließen zu lassen. Die ergreifenden Liebesgeschichten der beiden Schwestern erhöhen den Unterhaltungswert, ebenso wie der Werdegang ihrer Ehemänner, der sich bei beiden Rittern abenteuerlich entwickelt. Bei der Art, die Hauptfiguren zu beschreiben, ist ein Bezug zu Iny Lorentz zu merken, die ihre Figuren ebenfalls meist sehr heroisch darstellt.

Artikel aus der Rubrik „Medien“

  • Doku leidet unter Ausstattung

    Hundert Jahre Krieg zwischen Orient und Okzident: „Die Kreuzzüge – Halbmond und Kreuz“ heißt eine Dokumentation, die sich den ersten Kreuzzügen widmet. Frisch auf dem Markt, hält der Film nicht alles, was die Werbung verspricht.

  • Der lange Krieg der Römer

    Mit einem angeblichen Brudermord begann das römische Jahrtausend. Die Weltmacht hatte es stets mit mächtigen Gegnern zu tun – innen wie außen. Das Buch „Rom und seine Feinde“ gibt beiden Seiten ein Gesicht.

  • Das Zeitalter der Keltenfürsten

    Er ist Wissenschaftsjournalist, hat Vor- und Frühgeschichte studiert, schrieb über Kulturgeschichte und Neandertaler. Jetzt hat Martin Kuckenburg ein Keltenbuch vorgelegt. Simon Kahnert hat reingeschaut.

  • Ein Traum in Gold

    Filigrane Schmiedekunst, Gold aus Jütland, reiche Königsgräber, Schätze aus Europas Norden und die alten Meister – das sind die Zutaten für ein Sachbuch rund um einen edlen Stoff. Bettina von Stockfleth hat es gelesen.

Ihr Kommentar zum Artikel „Zwei Damen im Kriegsgemenge“


Sie sind angemeldet als

abmelden