Scherbelhaufen Leidenschaftliche Musiker aus Quedlinburg

Das Quedlinburger Quartett „Scherbelhaufen“ steht für Musik aus der Zeit vom 10. Jh. bis hin zur Renaissance. Wer sie das erste Mal hört, weiß sofort: Hier handelt es sich um eine Gruppe, die sich der Live-Musik verschrieben hat. Rauhbeinig bis wüst – so treten die Vier gerne auf, ganz in mittelalterlicher Spielmannsmanier. Zwischen den Musikstücken lassen sie auch gern den einen oder anderen derben Spruch los, und die Musik selbst wird mitreißend gespielt.

Kurz, Scherbelhaufen weiß, was sich auf Mittelaltermärkten gehört. Die Bandbreite ihres Repertoires reicht vom albanischen Hochzeitstänzen bis hin zu altfranzösischen Tänzen. Entsprechend breit gesät ist auch das Spektrum der verwendeten Instrumente – ein Umstand, der die Truppe angenehm aus der Masse der vielen Gruppen, die nur Percussion und Sackpfeifen zu kennen scheinen, hervorhebt. Zudem beherrschen die Vier ihre Instrumente als Berufsmusiker auch wirklich.

Und das sind die Mitglieder (inklusive Instrumente): Henry Gebel (Sackpeife, Gitarre, Laute, Mandola, Schalmey, Gesang, Percussion), Daniel Wolf (Percussion, Gesang), Uwe Bautz (Sackpeife, Laute, Mandoline, Mandola, Gesang, Percussion), Torsten Höher (Sackpfeife, Laute, Klarinette, Gaita, Flöte, Schalmey, Zister, Gesang). Aus ihrem Zusammenspiel entsteht eine fantastische Klangwelt aus eigenen Arrangements.

Mangels Noten werden viele Stücke, deren Texte überliefert sind, nach Gusto arrangiert. Das ist in der Szene üblich, und Scherbelhaufen gehen dieser Übung mit Hingabe nach. Da jedes Mitglied nebenbei auch andere Projekte (etwa im Bereich Folkmusik) laufen hat, ist eine künstlerische Vielfalt gewährleistet.

Die 2000 gegründete Band hat inzwischen ihre erste Tonscheibe auf dem Markt, die für 14 Euro direkt bei der Band zu bestellen ist. Die 15 Stücke lohnen den Kauf allemal, bietet die Scheibe doch eine musikalischen Reise durch verschiedene europäische Musiktraditionen. Natürlich fehlt darauf der witzige Charme der Live-Auftritte, aber als Überbrückung bis zum nächsten Treffen auf einem Markt ist die Scheibe allemal geeignet.

Artikel aus der Rubrik „Medien“

  • Da Vincis neue, alte Geheimnisse

    Schüchtern wirkt er zunächst: der Mann, der die Nachfolge von Dan Brown antreten soll – findet sein Verlag. Javier Sierra geht mit dem Roman „Das geheime Abendmahl“ ins Rennen um die Publikumsgunst. Und kommt auf Touren.

  • Fechtstunde nach Talhoffer

    Es gibt wenige Bücher, die in der Mittelalterszene Wellen schlagen. Die Reihe des Verlags Philipp von Zabern „Mittelalterliche Kampfweisen“ hat das Zeug dazu. Sie nimmt Talhoffers Fechtbuch auseinander. Band eins ist jetzt erschienen.

  • Das Zeitalter der Keltenfürsten

    Er ist Wissenschaftsjournalist, hat Vor- und Frühgeschichte studiert, schrieb über Kulturgeschichte und Neandertaler. Jetzt hat Martin Kuckenburg ein Keltenbuch vorgelegt. Simon Kahnert hat reingeschaut.

  • Sigismund – Rex et Imperator

    Sigismunds Herrschaft strahlte mitten in einer der krisenreichsten Zeiten des Spätmittelalters großen Glanz aus. Der politisch gewiefte Luxemburger galt als Exzentriker. Das Buch „Sigismundus – Rex et Imperator“ schaut in die prächtigen…

Ihr Kommentar zum Artikel „Leidenschaftliche Musiker aus Quedlinburg“


Sie sind angemeldet als

abmelden