Ausflüge Vom Burgspektakel bis zu den Nibelungen

Ihr wisst noch nicht, was Ihr in der Adventszeit unternehmen könnt? Es gibt Hunderte Möglichkeiten, sieben Ausflugsziele stellen wir Euch hier vor. Und wer Weihnachten total mag, für den sei vorab schon mal auf eine Homepage verwiesen, die sämtliche Weihnachtsmärkte in Deutschland auflistet und auch auf einschlägige Veranstaltungen in Übersee verweist (siehe unsere Linkliste auf der rechten Seite).

Burgweihnacht auf Satzvey

Die rheinländische Wasserburg in Mechernich-Satzvey gestaltet erneut eine historische Burgweihnacht. In Latein und Mittelhochdeutsch bringen Darsteller Szenen der Weihnachtsgeschichte auf die Bühne. Ein Proklamator übersetzt die Bibelpassagen dem Publikum.
Das Grafenpaar Beissel von Gymnich legt Wert auf stimmiges Ambiente. Mithin sind alle Akteure in Gewänder nach alten Gemälden gekleidet, die drei heiligen Könige prunken im prachtvollen Ornat auf edlen Rössern. Die Kleider wirken nicht nur orientalisch – sie sind es auch. Genauer: Sie sind ein Geschenk eines indischen Maharajas an die Grafen.
Doch der Zauber geht in den Sälen und Höfen der Burg weiter. Ein historischer Handwerkermarkt versammelt allerlei Stände und viele weihnachtliche Angebote an allen vier Adventwochenenden.
Die Termine: 29./30. November; 6./7. Dezember; 13./14. Dezember und 20./21. Dezember; Einlass: an allen Wochenenden jeweils ab 12 Uhr; Eintritt: Erwachsene vier Euro, Kinder und Jugendliche von 6-16 Jahre 2,50 Euro; Karten an der Tageskasse

Weihnachtsmarkt auf der Ronneburg

In einem einmaligen Ambiente laden die Betreiber der Ronneburg ihrerseits zum historischen Weihnachtsmarkt ein. Die Anlage ist eine original erhaltene Höhenburg aus dem 16. Jahrhundert, nordwestlich von Frankfurt/Main gelegen. Natürlich wird auch hier ein Krippenspiel geboten, umrahmt vom Markt voller Spiel- und Handwerksleute.
Die Termine: 29./30. November; 6./7. Dezember; 13./14. Dezember; jeweils zum normalen Eintrittspreis

Neuer Rekord in Esslingen?

Im vergangenen Jahr feierten die Esslinger 25 Jahre mittelalterlichen Weihnachtsmarkt. Dabei versuchten sie sich an einem Weltrekord und schufen den weltgrößten Lebkuchenweihnachtsmann. Wer weiß, was die Esslinger in diesem Jahr wieder vorhaben. Eines ist jedoch sicher: Es wird wieder sehr mittelalterlich. Wie im vergangenen Jahr dürfen die Besucher jede Menge Sangeskunst wandernder Barden und Kunstgenuss von Handwerkern erwarten. Nicht umsonst hat der Markt in Esslingen am Neckar seinen deutschlandweit guten Ruf weg. Wie immer durchschreitet der Besucher auch in diesem Jahr das große Holztor, um zwischen alten Fachwerkhäusern und auf grobem Kopfsteinpflaster das Flair zu genießen. Die Stadtväter versprechen eine spannende Zeitreise – in leckerem Zimt- und Bratapfelduft gehüllt.
Öffnungszeiten: 27. November-22. Dezember, täglich von 11 bis 20.30 Uhr

Leipziger Markt mit Tradition

Natürlich gibt es Tausend Gründe für einen Trip in die sächsische Metropole. Und warum sollte nicht auch der Weihnachtsmarkt dazu zählen. Seine Geschichte reicht immerhin bis ins Jahr 1767 zurück. Und seine verlockenden Merkmale sind nicht nur die vielen verschiedenen, und doch nah beieinander liegenden Marktbereiche, auch nicht die historische Kulisse am Marktplatz, und nicht mal der mit 857 Quadratmetern weltgrößte freistehende Adventskalender. MA-Freunde genießen den Hauptmarkt am Alten Rathaus und ziehen dann stets um die Ecke zum Naschmarkt. Seit Jahren erfreut sich dort der historisch gestaltete Markt des Leipziger Veranstalters Heureka großer Beliebtheit. Vom Schmied bis zum Buchdrucker sind dort viele Handwerker mit ihren Angeboten vertreten, und liebevoll gestaltete Buden bieten allerlei Attraktionen auch für die kleinen Besucher.
Öffnungszeiten: 25. November-22. Dezember, montags bis donnerstags sowie sonntags von 10 bis 20 Uhr; freitags und samstags von 10 bis 21 Uhr

Authentisches in Siegburg

Auch Siegburg zieht seine Besucher vom ersten Advent an in historische Gefilde. Der Marktplatz der Stadt erinnert mit seinen Baudenkmälern selbst an das Mittelalter – eine passende Kulisse für den Weihnachtsmarkt. Der wird von der “Arbeitsgemeinschaft zur Erhaltung und Belebung mittelalterlicher Kunst” ausgerichtet. Noch Fragen? Na gut: Drei Wochen lang beleben Darsteller in spätmittelalterlichen Kostümen das Gelände, das mit authentisch nachempfundenen Buden bestückt ist. Handwerkliches, Exotisches und Rustikales für den Magen wird dort geboten. Gaukler und Spielleute ergänzen das Ensemble.
Öffnungszeiten: 29. November-21. Dezember, täglich von 11 bis 20 Uhr

Geschmackvolle Umgebung in Köln

Auf Originalität setzt der Weihnachtsmarkt im Kölner Schokoladenmuseum. Direkt am Rhein gelegen, wird das Museum nicht einfach eine Aufmarschhalle für Weihnachtsmänner zum Anbeißen, sondern Schauplatz für mittelalterliche Spektakel. Gaukler, Possenreißer und jede Menge Handwerksleute umwerben das Publikum. Zwischen keltischen Harfen, Drehleiern und den kecken Reden der Scharlatane zeigen Handwerker alte Techniken wie das Drehen von Hanfseilen, Filzen und Färben. Abends verzaubern Feuerakrobaten die Besucher.
Öffnungszeiten: 29. November-21. Dezember, täglich außer Montag von 11-21 Uhr; Eintritt: 2 Euro (Kinder unter Schwertmaß frei)

Die Nibelungen kommen nach Karlsruhe

Wer auch im Dezember nicht auf mittelalterliche Weiterbildung verzichten mag, sollte sich eine Fahrt nach Karlsruhe gönnen. Im Schloss präsentieren das Badische Landesmuseum und die Landesbibliothek mit dem “Nibelungenlied und seine Welt” eine einzigartige Ausstellung. Das deutsche Nationalepos ist erstmals durch den gemeinsamen Auftritt der drei bedeutendsten Originalhandschriften zu erleben. Neben der Handschrift A (München) sowie der Handschrift B (St. Gallen) wird auch die Schrift C gezeigt. Diese wurde 2001 aus dem Besitz des Hauses Fürstenberg erworben und wird seither als Besitz der Landesbank Baden-Württemberg und der Bundesrepublik in der Karlsruher Landesbibliothek aufbewahrt. Neben diesen erlesenen mittelhochdeutschen Schriften werden weitere Zeugnisse der epischen Literatur des Mittelalters präsentiert. Alle gezeigten Texte und Fragmente stehen im Zusammenhang mit der Dichtung um Siegfried, Hagen und Krimhild. Ein “begehbares” Buch macht die Geschichte der Nibelungen von Worms bis zur Hochzeit an Etzels Hof in Gran erlebbar. Die Ausstellung wird durch Eindrücke aus der Zeit um 1200, der Entstehungszeit des Werkes, vervollständigt.
Sie ist vom 13. Dezember bis zum 14. März 2004 geöffnet. Ein Kulturprogramm bietet einen würdigen Rahmen. Besondere Gelegenheit für einen Besuch bietet das Konzert der Capella Antiqua Bambergensis am 16. Dezember von 19 Uhr an. “Der Aventiuren groezlicher Schall – Musik aus der Zeit des Nibelungenlieds” heißt das Programm im Gartensaal des Schlosses. Die Spielleute stimmen auf originalgetreuen Instrumenten den Minnesang um die tragischen Helden an (Eintritt: 8-15 Euro).

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