Musikarchäologie I Hölleninstrument der Spielleute

Der Dudelsack hat nicht nur die Mittelaltermärkte erobert. © Marcel Schwarzenberger

Historische Instrumente: Sie bieten Stoff für Legenden, Musikgeschichten – und treffen noch heute die Menschen ins musikalische Herz. Die neue chronico-Serie läutet Dudelsack-Fachmann Ralf Gehler ein.

Urwüchsige Spielkraft

„Wer ein Sackpfeifer will sein,
der fahre in die Hölle ein.
Erst nach dieser Höllenfahrt,
find’ er heraus die rechte Art.“

Der ungarische Vierzeiler führt uns in die Nähe jener legendären Dudelsackspieler, die es in den Volkserzählungen vieler europäischer Gegenden gibt. Deren eindrucksvolles Spiel lässt die Zuhörer eher an eine Verbindung mit dem Teufel als an göttliche Eingebung glauben. Die Spieler schafften es, Leute, die es eigentlich nicht wollten, zum Tanze zu zwingen oder den Tod zu überwinden. Mit dem Dudelsack zähmen sie wilde Tiere oder retten sich durch ihr Spiel vor dem Galgen – alles mit einem Instrument, das ebenso unheimlich anmutet, wie dessen Spieler.

Es gibt Dudelsackspieler, die hört man heute, und glaubt, in ihrem Spiel etwas vom Geiste und Empfinden jener legendären Alten zu spüren. Langjährige Übung, das Erfassen und Miterleben der musikalischen Tradition und eigener Mut zur Umsetzung von Inspiration lassen uns Ohren, Augen und Mund offen stehen, sobald einer derselben sein Instrument aufbläst und spielt.

Dudelsack oder Sackpfeife?

Doch woher kommt der Dudelsack? Wo überall wird er gespielt? Welche verschiedenen Typen gibt es? Wozu wird der Dudelsack im Musikleben eines Landes oder einer Region genutzt? Wer sind die Spieler? Welche symbolische Bedeutung hat das Instrument? Die „Dudelsackologie“ wirft viele Fragen auf. Die Antworten könnten Bücher füllen. Wagen wir eine kleine Reise in die Geschichte des Dudelsacks und berühren hierbei die Landschaften seiner heutigen Verbreitung.

Um es vorab zu sagen: der Begriff „Dudelsack“ taucht Ende des 17. Jahrhunderts erstmals auf und wertet des Instrument ziemlich ab. „Dudeln“ heißt „schlecht musizieren“. Ein schönerer Begriff, der zudem in vielen europäischen Sprachen eine Entsprechung hat, ist „Sackpfeife“. Im Schwedischen „säckpipa“, im Englischen „bagpipe“, im Lateinischen „tibia utricularis“ und im Niederdeutschen „Pipensack“. Da sich „Dudelsack“ aber nun mal eingebürgert hat – seufz! – bleiben wir also dabei.

Geniestreich der Instrumentenbauer

Die Idee selbst ist so einfach wie genial. In einen luftdichten Schlauch aus Leder werden ein oder mehrere Rohrblattinstrumente eingebunden. Bläst der Spieler nun den Sack auf, will die Luft durch die Rohrblätter entweichen. Diese beginnen zu vibrieren und das Instrument erklingt. Warum spielt der Musikant nun aber nicht direkt auf dem Rohr, wie es jeder vernünftige Klarinettist oder Oboist tut? Nun – der „zwischengeschaltete“ Sack hat mehrere Vorteile.

Zunächst lässt er ein viel leichteres kontinuierliches Spiel ohne Pausen zu. Während der Spieler Luft holt oder sich mit seinem Mitmusikanten über die schönen Frauen im Tanzsaal unterhält, strömt aus dem Sack genug Luft nach, das Instrument weiterspielen zu lassen. So erschöpft der Musikant nicht vorzeitig und erspart sich die Zirkularatmung. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, mehrere Pfeifen einzubinden und somit ein leichtes mehrstimmiges Spiel zu tätigen.

Eine zweite Spielpfeife kann eingebunden werden oder eine Pfeife ohne Löcher, die als ständiger Begleitton – als Bordun – erschallt. Der Möglichkeiten der Tonerzeugung gibt es zwei. Das „einfache Rohrblatt“ besteht aus einem Schilfrohr, von dem ein Span soweit abgehoben wurde, dass er als schwingende Zunge vibriert. Das Doppelrohrblatt entwickelte sich aus einem zusammengedrückten Schilfhalm, dessen so entstandene beide Hälften gegeneinander schwingen. Welches Prinzip älter ist, bleibt fraglich. Interessant für die Welt der Dudelsäcke ist, dass das „einfache Rohrblatt“ als Tonerzeuger in den Melodiepfeifen mehr das östliche Europa eroberte, während das Doppelrohrblatt in den meisten Spielpfeifen des Westens zu finden ist.

Spurensuche im Altertum

Wann der Dudelsack seinen ersten Schrei ausstieß, bleibt in der Tonlosigkeit der Geschichte verborgen. Auf Abbildungen des Altertums erkennt man Rohrblattinstrumente in den Händen graziler ägyptischer Musikerinnen und kraftstrotzender griechischer Jünglinge. Die Auloi, immer paarweise gespielte Oboen, sind die in der Antike am häufigsten abgebildeten Rohrblattinstrumente. Ihr Spiel dürfte dem des Dudelsacks schon recht ähnlich gewesen sein.

Der „askaulos“ der alten Griechen soll ein Dudelsack sein. Der berühmt-berüchtigte römische Kaiser Nero musizierte mehr oder minder selbständig auf der „tibia utricularis“. Allein – was den antiken Dudelsack so wenig greifbar macht, ist die bisher vollständige Abwesenheit einer eindeutigen, nicht gefälschten Abbildung oder gar eines archäologischen Fundes aus jenen Tagen. Tausende Darstellungen aus allen antiken Kulturen zeigen Musikinstrumente jedweder Art und doch nicht einen einzigen Dudelsack. Das ändert sich auch nicht nach dem Untergang des römischen Reiches.

Der Dudelsack erobert das Mittelalter

Das Mittelalter beginnt – vom Dudelsack kaum eine Spur. Erst im 9. Jahrhundert, im so genannten Dardanusbrief, wird ein Instrument mit einem Sack genannt, in dem zwei Röhren stecken. Die in der französischen Abschrift der Quelle aus dem 10. Jahrhundert abgebildeten Instrumente sehen eher nach Ornamentik aus und selbst mit zusammengekniffenen Augen und mehrmaligem Drehen der Abbildungen lässt sich eigentlich kein wirklicher Dudelsack erkennen (eher ein Mexikaner auf dem Fahrrad von oben).

Die ersten Abbildungen von Dudelsäcken, die wirklich als solche erkennbar sind, stammen aus dem 11. oder 12. Jahrhundert. Alle Dudelsäcke sind bis ins 13. Jahrhundert bordunlose Instrumente mit einer oder zwei engparallelen Spielpfeifen. Die Säcke bestehen aus den Bälgen ganzer Tiere. Manche sehen sie aus wie Schweins- oder Rinderblasen, was diese Instrumente zu „Platerspielen“ macht, recht primitive Dudelsäcke, die bis in die jüngste Zeit noch in Albanien oder bei den Mari an der Wolga in Gebrauch waren.

Im hohen und späten Mittelalter geht alles sehr schnell. Schnell verbreitet sich der Dudelsack überall in Europa, Nordafrika und Kleinasien. Schnell wächst die Anzahl der Bordunpfeifen – eine – zwei – drei, sogar vier. Stolz wirft sich das Instrument in die Brust – „Ich bin berühmt, jeder kennt mich, jeder braucht mich. Sogar die großen Herrscherhäuser Europas bedienen sich meiner.“ Wirklich gibt es im 15. Jahrhundert eine königliche dänische Gruppe Dudelsackspieler, „der Königinnen von Denemarken Sackpiper“. Die Instrumente bekommen Bezüge aus Samt und werden in Kirchen abgebildet – in den Händen von Engeln und Königen.

Goldgrube der Musikwissenschaftler

Die Vielzahl der Abbildungen erlaubt nunmehr, am Übergang zur Neuzeit, eine Typologie der Instrumentengruppe. Ein Typ scheint der „Volkswagen“ unter den Dudelsäcken zu sein. In ganz Europa taucht er auf, sogar in Gegenden, die später eine völlig andersgeartete Dudelsackkultur aufweisen. Er hat eine konische Melodiepfeife und zwei separate Bordune. Er sieht recht „laut“ aus und war wohl ein geeignetes Instrument für Tanzmusik, Prozessionen und zum Hüten von Herden. Seine Existenz reicht weit über das Mittelalter hinaus.

„Schaperpfeiff“ – „Schäferpfeife“ nennt Michael Praetorius dieses Instrument. Doch nicht nur sie, auch all ihre Verwandten, die im frühen 17. Jahrhundert in Europa Verwendung fanden, beschreibt der Musikwissenschaftler und Komponist in seinem Werk „Syntagma musicum II“ aus dem Jahre 1619. Praetorius lässt alle ihm bekannten Dudelsacktypen vermessen, zeichnen und in den Tonumfängen charakterisieren. Der Musikwissenschaftler von heute jubelt über diese Kardinalquelle – und stürzt sich in ein Meer von Fragen und Unklarheiten, die sich durch den Vergleich mit anderen Quellen ergeben. Eines wird jedoch klar – unser Dudelsack lässt sich nunmehr regional und in bestimmten sozialen Schichten differenzieren. Benutzen Hirten und Bauern die großen, lauten Instrumente, so ertönen in den Stuben der Städte und in der bürgerlichen Hausmusik die zarten, kleinen Dudelsäcke, wie das „Hümmelchen“. Sieht man den großen „Bock“ oft in den Händen osteuropäischer Musikanten, so trifft man die „Schaperpfeiff“ weit im Westen, von Spanien über Frankreich bis nach Schottland.

Die große Konkurrenz

Ein besonderes Zwischenspiel erfährt unser Begleiter durch die Zeiten im 17. und 18. Jahrhundert. Der höfischen Gesellschaft Europas gefällt es, sich als Schäfer und Schäferinnen zu verkleiden und sich an den Wonnen eines eigens dazu konstruierten Landlebens zu ergötzen. Mit zierlichen Schäferstäben bewaffnet, schleifenbehangen und fern jeder Realität durchstreift man Arkadien in den Gärten und Salons von Versailles und Sanssouci. Der Dudelsack ist in Form der „musette“ mit von der Partie.

Professionelle Instrumentenbauer entwickeln den Dudelsack zu einem höfischen, feinen Instrument, dessen Entwicklung wohl vom „Hümmelchen“ und den frühen „smallpipes“ des Nordseeraumes ausging. Während die „musette“ in der Musikliteratur des französischen Hofes sogar Konzerte und Opern bediente, nahmen ihre bürgerlichen und bäuerlichen Vettern im europäischen Musikleben einen immer geringeren Platz ein. Sogar die ländliche Tanzmusik Mitteleuropas verzichtete mehr und mehr auf den Dudelsack. „Video killed the radiostar“ – und Geigenensembles mit harmonischem Spiel waren in der Lage, neue Stücke in der Volksmusik zu spielen, die das Können des Dudelsacks weit übertrafen. Um 1800 ist der Dudelsack in Mitteleuropa fast ausgestorben. Der alte Mann nimmt seinen Hut und geht.

Volksmusik sichert das Überleben

Verflixt – da wäre der Autor doch fast in die Falle der etablierten Musikgeschichte getappt. Der alte Mann geht natürlich nicht. Er verlässt etwas zerkratzt und verstimmt die große Bühne einer Musikgeschichte, die sich eine Musikentwicklung vom Niederen zum Höheren als eine Art Evolution vorstellt. Höher als Mozart, Lully, Rameau oder Chedeville ging es wohl nicht. So bekommt unser Dudelsack die einmalige Chance, sich in den Hütten der Bauern und auf den Tanzböden des nicht ganz so zentralen Europas ein neues und ihm doch vertrautes Leben als Volksmusikinstrument zu schaffen.

Der Dudelsack wurde zum Bestandteil des Kampfes von gesellschaftlichen Gruppen, Ethnien und Nationen um kulturelle und regionale Eigenständigkeit. Das Instrument lebt bis heute hauptsächlich in jenen europäischen Gegenden weiter, die irgendwann einer Unterstützung durch die eigene Volkskultur bedurften, sich gegen Wandel des Lebens durch Industrialisierung oder die Übermacht einer Fremdregierung durchzusetzen – bei den Schotten, den Esten, den Bretonen, den Galiziern oder den Sorben.

Born in DDR – die „Osthupe“

Einen Boom des Dudelsackspiels im westlichen Europa und in der DDR bewirkte das Folkrevival der 70er und 80er Jahre. Nachdem Anfang des 20. Jahrhunderts viele Dudelsackkulturen im Sterben lagen, knüpfte man nun wieder an die alten Traditionen an.

In der DDR entstand am Anfang der 80er Jahre eine Subkultur, die sich als Gegenkultur zur spießigen DDR-Lebensform verstand. Diese Szene bediente sich des Klischees vom mittelalterlichen Spielmann und angeblich mittelalterlicher Lebensformen, um ihren Freiheitswillen und ihre Andersartigkeit darzustellen. So entstand in der DDR der 80er Jahre, aus dem Bedürfnis heraus, „Mittelalter“ zu leben und zu zelebrieren, eine neue Musikszene und als ein Hauptinstrument der Szene ein neuer Dudelsacktyp: die „Osthupe“ oder „A-Schwein“. Weit konische Spielpfeife und Bordune mit Schalltrichtern zum Regenauffangen – so gestalteten die Dudelsackbauer der Szene ihre Instrumente.

Mittelalter als Gegenkultur – das klingt interessant und hielt nicht lange stand, kaum länger, als die DDR existierte. In den letzten fünfzehn Jahren überschwemmen „Mittelaltermärkte“ Gesamtdeutschland und der laute Dudelsack mit der Generaltonart A-Dorisch wird der Renner unter den Dudelsacktypen in Deutschland. In Schweden wird er bereits „tyska säckpipa“ – „deutscher Dudelsack“ genannt. In der Szene entstand im Laufe der Jahre ein Pool von Musikanten, die in wechselnden Kombinationen miteinander musizieren.

Der Boom der „Mittelaltermärkte“

So entwickelt sich ein eigenes Repertoire mit besonderen Hits, die mehr oder minder stark verändert durchaus mittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Ursprungs sind – oder Stücke, die aus der französischen Tradition oder vom Balkan stammen. Tonumfang und Verzierungen werden häufig eingeebnet und gestutzt, gute Spieler improvisieren aber auch neue Formen – die dann wiederum Standards werden. Alle Melodien werden fast ausschließlich mündlich tradiert!

Die großen Bands, wie „Corvus Corax“ oder „In Extremo“ überwinden die Grenzen zur Popmusik. Ihre Lautstärke lässt die Ensembles oft auf Trommeln und Sackpfeifen verkümmern. Wer das eine will, muss das Andere mögen. Diesen Vorbildern nacheifernd, wächst die Szene ständig und viele bessere und schlechtere Kapellen überschwemmen die Mittelaltermärkte.

Man kann das „A-Schwein“ lieben oder hassen – eine Funktion hat es in unserer Zeit. So wie die Musette am französischen Hof entstand, eine schöne und utopische Hirtenlandschaft mit Fantasy-Klängen zu füllen, hat das „A-Schwein“ die Funktion, der Fantasy-Mittelaltergemeinde von heute „den Kick zu geben“. Das macht diesen Dudelsacktyp so erfolgreich!

Fit für die Zukunft?

Sei es in der modernen Folkmusik, in der Folklore regionaler und nationaler Gruppen oder gar in der populären Musik verschiedener Jugendszenen; die Beliebtheit des Dudelsacks ist nicht zu brechen. Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass er eine Funktion hat. Die traditionellen Kontexte in den europäischen Randgebieten oder in Asien und Afrika existieren noch, und solange man einen Dudelsackspieler zur Hochzeit einlädt, weil er einfach dazugehört, werden auch die Instrumente und deren Musik weiterexistieren. Gleiches gilt auch für die Symbolwirkung des Instruments für ein Land oder eine Volksgruppe. Schotten, Esten, Galizier oder die Bretonen brauchen ihre Dudelsäcke zur Selbstdarstellung und für das eigene Selbstverständnis. Der „mittelalterliche Spielmann“ mit Dudelsack wird gebraucht, sich kostümiert in ferne archaische Welten zu begeben – jenseits der Alltäglichkeit und Kompliziertheit heutigen Daseins.

Für die sich in einer historischen musikalischen Tradition sehenden Dudelsackspieler in Mitteleuropa wird es wohl am Schwierigsten sein, ihr Spiel im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu halten. Gebraucht wird hierzu wohl am ehesten eine moderne Folktanzmusik und innovative Bands, die erkennen, dass man im Jetzt und Heute mit Dudelsäcken eine moderne Musik machen kann, die anspricht und ins Bein geht. Dazu müssten die Instrumente ihr Nischendasein in semiprofessionellen Volkstanzkreisen und Workshopwochenenden verlassen. Oder der Mitteleuropäer – und hier ganz besonders der Deutsche – entdeckt den Dudelsack seiner Heimat als Symbol derselben. Doch dahin ist es noch ein weiter Weg.

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1 Kommentare

  1. locker und flockig geschrieben aber ich frage mich, warum der autor vor einigen jahren einen ganzen abend und die halbe nacht mit mir gesprochen hat. das mit der ddr szene ist nun doch deutlich vielschichtiger. es gab ordentlich angepasste sackpfeifer und ein bis drei (?) die sich mit dieser musik in ein freieres leben blasen wollten. in meinem fall gelang das sogar und ich wurde sogar als “aussteiger” in einem film von roland steiner präsentiert. dem geschmack von dr bernd eichler und klaus stecker entsprechend waren die pfeifen anfang der 1980 sehr zart gebaut und entsprechend leise. als prinzipale der SPILWUT strebte ich jedoch “teutonisches” design und einen klang analog zu schottischer bagpipe und bretonischer bombarde an. die gelang, als tonart wählte ich G dur bzw. D mixolydisch und – mit entsprechendem bordun – a moll. die benennung als “marktsack “ oder gar a-schwein” finde ich dumm. nach wie vor kann man -wenn man hinreichend musikalisch ist – mehrere tonarten auf meinen sackpfeifen spielen. musik sollte nicht eintönig oder “ein-tonartig” sein. mein wahlspruch: VARIATIO DELECTAT !

    25. Mai 2015, 20:05 Uhr • Melden?
    von Gast
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