Münzfund Ein Silberhort kehrt zurück

Northeim, 1991: Die Arbeiter wühlten sich in einheinhalb Meter Tiefe durch die Erde des südniedersächsischen Städtchens, um Gasleitungen zwischen den Fachwerkhäusern zu verlegen. Fast 500 dieser historischen Bauwerke prägen noch heute das Bild der Kernstadt. Und dann passierte einer jener Augenblicke, der die wissenschaftliche Fachwelt und Laien gleichermaßen faszinierte. In einem spätmittelalterlichen Tontopf bargen die Arbeiter einen Silberschatz aus 17.300 Münzen und zwei Silberbarren. Der kostbare Fund wird in diesem Frühjahr erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Hort wurde wahrscheinlich Ende des 15. Jahrhunderts in der Erde verscharrt, vermutlich aus Schutz vor marodierenden Soldaten oder dem gierigen Griff des Landesherrn. Er umfasst Münzen aus dem Zeitraum vom 13. bis ins 15. Jahrhundert. Die meisten Stücke wurden bisher im Braunschweiger Landesmuseum restauriert und untersucht, teilte das Northeimer Museum jetzt mit. Dessen Räumlichkeiten im ehemaligen Hospital St. Spiritus, ein erstmals 1487 urkundlich erwähntes Fachwerkhaus, wurden ebenfalls restauriert und geben dem – laut Presseberichten – größten jemals in Niedersachsen geborgenen Münzfund eine Heimstatt.
Der Ort lohnt auch sonst wegen seiner bewegten Geschichte und den vielen hervorragend erhaltenen Bauwerken einen Besuch. Von Gotik bis Barock findet der Besucher hier architektonische Gegenstücke. Immerhin war Northeim einst eine wohlhabende Hansestadt – bedingt durch den Handel mit Salz und Holz, das die Rhume entlang geflößt wurde.

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