Welfen Die Marienburg

Sie ist nicht mittelalterlich, aber dennoch gewährt die Marienburg einen Blick in vergangene Zeiten: Zwischen 1857 - 1867 wurde nördlich von Nordstemmen, mitten in eine frühmittelalterliche Wallanlage hinein, auf einer Erhebung an der Leine die Marienburg im neugotischen Stil erbaut. Im Auftrag des blinden Königs Georg V. von Hannover erbaute der Architekt Conrad Wilhelm Hase das Schloß in diesem Stil, welcher nichts anderes bezeichnet, als die romantisierende Rückbesinnung auf das Mittelalter. Der neugotische Stil eignete sich aber auch besonders, die Macht und den Reichtum eines Herrschers zu demonstrieren. König Georg erlaubte es sich dann noch, das Grundstück und das geplante Schloss seiner Frau Marie von Hannover im Jahr 1857 zum Geburtstag zu schenken.

Heute kann man in dem Schlossmuseum, nachdem man sich Filzpantoffeln übergezogen hat, viele wichtige Objekte aus der Zeit der Welfenherrschaft besichtigen. Besonders viele Portraits und Artefakte aus Schlachten rund um die Welfenherrschaft sind gut erhalten zu bestaunen. Auch einige verzierte Turnierrüstungen, aber auch Rüstungen, welche in Schlachten getragen wurden, gehören zu den Exponaten.
Die Räumlichkeiten selbst sind die Besichtigung ebenfalls wert. Viele Holz – und Stuckarbeiten und andere kunstvolle Handarbeiten sind zu sehen. Alle Räume sind in kräftigen, warmen Farben gehalten und mit Liebe zum Detail ausgestattet. Hier bekommt man einen ziemlich realen Eindruck, wie die Welfenherrscher gelebt haben.
In der Kapelle finden heute noch Konzerte statt, wie auf Anfrage auch Hochzeiten oder Taufen der Anwohner aus den umliegenden Gemeinden. Ab und zu wird das Schloss von Prinz Ernst- August von Hannover und seiner Gattin besucht, welche dann in den vollständig eingerichteten Wohnräumen residieren. Auch ein mittelalterlicher Markt hat im inneren Schlosshof schon stattgefunden.
Spaziergänge um die Marienburg herum bieten wunderschöne Ausblicke, die zum Träumen und fotografieren einladen, da selten Gegenwärtiges das Bild stört. Die Marienburg bietet einen schönen Hintergrund für mittelalterliche Veranstaltungen. Bisher ist in dieser Richtung aber nichts weiter geplant. Doch vielleicht ändert sich das bald.
Zu erreichen ist die Marienburg über die B3 oder mit dem Zug über Hannover oder Hildesheim nach Nordstemmen mit anschließendem kleinen Spaziergang.

Öffnungszeiten
Dienstag – Sonntag 10 – 12 Uhr sowie 13 – 18 Uhr
Sonn- und Feiertage 10 – 18 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr)

Eintrittspreise
Erwachsene: 4,50 Euro
Gruppe ab 20 Personen: 3,50 Euro pro Person
Jugendliche von 15 – 18 Jahre: 3,50 Euro
Kinder von 3 – 14 Jahre: 2 Euro

Artikel aus der Rubrik „Geschichtsszene“

  • Gütesiegel für Zeitreisende

    Braucht es verbindliche Qualitätsstandards für Living History in Museen? Wer soll sie aufstellen; wem nützen sie? Die Frage nach dem „Gütesiegel“ hat schon viele Gemüter erhitzt. Antworten könnte eine neue Tagung bringen.

  • Inszenierung eines Untergangs

    Wenn Jahrestage sich runden, bekommt das erinnerte Ereignis einen besonderen Touch. Was auch für Waterloo zutrifft. Inklusive der Einordnung als Großereignis, Besuchermagnet und Zielscheibe für Medienschelte.

  • Amphoren geben Geheimnis preis

    Die Pannen waren nicht erwünscht, aber durchaus erwartet: Wintricher Römerverein entsiegelt seine Repliken antiker Weinamphoren. Autor Marcel Bieger war bei der Verkostung dabei.

  • Hölleninstrument der Spielleute

    Historische Instrumente: Sie bieten Stoff für Legenden, Musikgeschichten – und treffen noch heute die Menschen ins musikalische Herz. Die neue chronico-Serie läutet Dudelsack-Fachmann Ralf Gehler ein.

1 Kommentare

  1. Zur Marienburg gibt es Neuigkeiten! Im jetzigen Zustand kann sie nur noch kurze Zeit besichtigt werden. Das Inventar wird demnächst versteigert und die Burg umgebaut! Darüber was daraus werden soll habe ich unterschiedliche Informationen. Die einen sagen es soll ein Kongress in die Räume, andere sagen dort soll eine Art Mini – Disneyland entstehen. Vielleicht komme ich demnächst an akuellere Infos, falls es interessiert.

    08. August 2005, 08:08 Uhr • Melden?
    von
    1

Ihr Kommentar zum Artikel „Die Marienburg“


Sie sind angemeldet als

abmelden