Seespektakel Akteure sorgen für entspannte Atmosphäre

Idyllisch, romantisch und irgendwie anders. Diesen Eindruck bekam, wer am ersten Maiwochenende am Hildesheimer Hohnsensee war. Mittelaltermarktprofis verwandelten das Freibad in eine Kulisse für ihr „Seespektakel“.

Glückliches Händchen für den Ort

Aber war es auch möglich, einen mittelalterlichen Markt dort zu erleben? Inwiefern hat der Veranstalter dafür gesorgt, dass Geschichte und kommerzielle Vermarktung zueinander finden? In der Vergangenheit fielen die Mittelaltermärkte im niedersächsischen Hildesheim unter anderem durch hohe Preise, zu viele kommerzielle Stände sowie schlechte Auswahl des Geländes auf. Doch in diesem Jahr machten die Veranstalter um Rüdiger Heimann und Olaf Schulz einiges anders: Sie senkten den Preis auf akzeptable zwölf Euro, platzierten die Stände auf dem Gelände etwas geschickter und nutzten die feine Atmosphäre am Hohnsensee aus. Ganz anders als der eher lieblos gestaltete frühere Markt am Hildesheimer Flughafen.

So konnte der Besucher das Lager der diversen Darsteller direkt am Eingang und am Ufer finden. Das Publikum wurde bereits am Anfang von der Stimmung des Nachlebens von Geschichte empfangen. Wer an den Lagern vorbeispazierte, kam zum eigentlichen Marktgeschehen. Der größte Teil des Geländes wurde von diversen Verkaufsständen in Beschlag genommen. Durch die gelungene Anordnung der Stände wurden Gassen geschaffen, in denen man sich eine längere Zeit aufhalten konnte, um zu stöbern, zu fachsimpeln oder einfach zu kaufen. Die Auswahl an Händlern, Handwerkern und Imbissbuden war sehr ausgewogen und bot für jegliches Interesse etwas.

Durch die Auflockerung von Spiel- und Geschicklichkeitsständen konnten Kinder und Eltern sich beschäftigen und belustigen lassen. Ein ganz besonderes Highlight für Klein und Groß war ein handbetriebenes „Wikingerkarussell“, welches durch einfache Seiltechnik mit etwas Muskelkraft zum Drehen gebracht wurde. An diesem Gerät hatten auch viele der Darsteller ihre Freude.

Nicht alles klappt wie am Schnürchen

Zur Kurzweil des Publikums gab es auch einiges auf die Ohren. Am Samstag war Schelmish zu Gast und am Sonntag haben „Heidenlärm“ und „Obscuratis“ ihr Können auf der Bühne gezeigt. Letztere allerdings mit einigen Abstrichen. Die Besucher versammelten sich zwar gerne auf der Wiese vor der Bühne, doch gelang es den beiden Gruppen kaum, ihr Publikum auch wirklich mitzureißen. Wenig Glück war auch der „Frauenversteigerung“ beim versammelten Publikum beschieden. Die „Händler“ konnten noch so sehr für die feilgebotenen Damen werben, das Publikum spielte bei der obskur klingenden, aber durchaus spaßig gemeinten Einlage einfach nicht mit. Manche verstanden kaum ein Wort der Händler, andere wiederum wollten einfach nur gucken ohne selbst aktiv zu werden. So verlief das ganze eher belanglos am Rande.

Zum Sehen und Staunen brachte die schon als Stammgast zu bezeichnende Darstellergruppe „Mandschur Tengri“ das Publikum beim obligatorischen Turnier. Die „Söhne der Morgenröte“, wie ihr Name weiter lautet, haben wieder mal durch einfallsreiche Tricks, schnelle Ritte über das Turniergelände und schauspielerische Kleinigkeiten dafür gesorgt, dass man nur begeistert sein konnte. Der Umgang mit Pferd, Lanze und Zusammenarbeit mit den Zuschauern ist für die Gruppe nichts Neues und die Freude an ihrer Arbeit merkte man ihnen deutlich an.

Alles in allem war der Markt in Hildesheim erfolgreich für Händler, Darsteller und Veranstalter. Die Leute kamen zahlreich und es gab wenig an der Organisation zu bemängeln. Kommerziell war es nach wie vor, doch wurde eine Verbesserung zu den vorherigen Märkten von Rüdiger Hoffmann und Olaf Schulz deutlich. Dies lag aber weitestgehend daran, dass vor allem die Akteure von Markt und Lager sich liebevoll um die Darstellung und die Vermittlung von geschichtlichen Fakten bemüht haben. Ohne dieses Engagement von ihnen wäre es ein kommerzieller Markt unter vielen geworden.

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2 Kommentare

  1. Hallo!
    Wir waren auch dort.
    Im Großen und Ganzen war der Markt OK.
    Etwas viel Fantasy- und Orientalstände vielleicht. Auch 5 Händler mit Kinderschwertern etc. waren vielleicht ewas viel.

    Was aber völlig daneben war, waren 2 (!) Damentoiletten für die ganze Veranstaltung (Darsteller, Händler, Besucher!) Und sonderlich sauber waren sie auch eigentlich nie!
    Bei den Männertoiletten solls nicht besser gewesen sein.

    Gibt´s es da eigentlich keine Vorschriften?? Ich kann mir nicht vorstellen dass sowas zulässig ist!?

    Claudia

    23. Mai 2007, 09:05 Uhr • Melden?
    von Claudia
    1
  2. Die Toiletten gehörten zu dem Teil des Schwimmbades, welches vom Markt mitgenutzt worden ist. Ich hatte zumindest die Information, dass dort jemand war, der diese auch reinigt.

    04. Juli 2007, 19:07 Uhr • Melden?
    von Angela
    2

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