Ausgrabung Hammaburg bewahrt ihr Geheimnis

Das Grabungsareal in der Hamburger City. © Helms-Museum

Die letzte Grabungssaison auf dem Hamburger Domplatz geht zu Ende: Die legendäre Hammaburg haben die Archäologen entgegen früheren Hoffnungen noch nicht gefunden.

Das teilte Beate Trede, Sprecherin des Helms-Museums, heute mit. Das Hamburger Museum für Archäologie hat die Grabung auf dem rund 3500 Quadratmeter großen Areal seit Juli 2005 geleitet.

Bevor im nächsten Jahr der geschichtsträchtige Platz endgültig überbaut wird, hatten die Wissenschaftler das Gebiet nach den Ursprüngen der Stadt geforscht. Die Hammaburg ist für das frühe 9. Jahrhundert belegt und gilt als historischer Grundstock für die spätere Hansestadt. Auch Reste des 831/832 errichteten ältesten Doms hofften die Archäologen zu finden.

Schon 845 zerstörten Wikinger die Hammaburg. In den Nachkriegsjahren sowie in den 1980er Jahren fanden Wissenschaftler Spuren einer mittelalterlichen Ringwallanlage. Nun ist klar: Dieser Bau entstand erst im späten 9. oder im frühen 10 Jahrhundert, sagte Trede. Die Forscher deuten die Befestigung als Schutzburg für den erzbischöflichen Mariendom. Die jüngsten Grabungsergebnisse erschließen nun diese jüngere Befestigungsanlage nahezu vollständig.

Die Hammaburg vermuten die Wissenschaftler nun östlich des Domplatzes in Höhe des so genannten Heidenwalls, der um 1200 das Hamburger Stadtgebiet zwischen Alster und Elbe schützte. Bislang fehlt zudem jeder archäologische Hinweis auf den Standort des ersten Doms. Auf dem Domplatz selbst lassen sich die Spuren nur bis zur Zeit um 900 zurückverfolgen. In den nächsten Monaten wollen die Wissenschaftler des Helms-Museums ihre Befunde sichten.

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