Neue Tore zur Museumswelt?

- Legionärsdarsteller im Archäologischen Park Xanten. (Foto: Marcel Schwarzenberger)
Rad dreht sich weiter
Die Qualitätsdebatte rund um Living History nimmt an Fahrt auf. Auf die deutsche Szenerie sind in jüngerer Vergangenheit bereits etliche Schlaglichter geworfen worden (dazu „Gütesiegel-Dossier“; siehe Linkliste). Es gab Tagungen, in denen die Beziehungen der wissenschaftlich orientierten Museumswelt und der Living-History-Szene untersucht wurden, darunter jene im Freilichtmuseum Kiekeberg bei Hamburg im Frühjahr 2008. Dort trat auch der Freiburger Professor Wolfgang Hochbruck auf, dessen Forschergruppe derzeit eine Typologie erarbeitet. Allzu oft gerieten Begriffe wie Living History, Reenactment oder Geschichtstheater in den Fokus energischer Debatten.
Viele Gemüter erhitzten sich jüngst an zwei Vorgängen: zum einen am Vorschlag Hochbrucks, langfristig eine Art „Gütesiegel“ einzuführen, um Qualitätsstandards für Darsteller festzulegen. Zum anderen riss im Juni 2008 eine Podiumsdiskussion in Paderborn vermeintliche Abgründe auf: Was bedeuten angebliche oder tatsächliche ideologische Hintergründe einzelner Darsteller für die Vermittlungsarbeit in Museen? Diese Frage kochte nach der Paderborner Veranstaltung hoch.
Beide Themen haben im Grunde einen gemeinsamen Kern: Was macht eigentlich die Kommunikation zwischen Museen und externen Living-History-Darstellern aus? Wo gibt es Probleme, wohin muss die Reise gehen? Aber auch: Wo läuft es richtig gut? Zwei Tagungen könnten 2009 einige Antworten liefern. Im Unterschied zu vergangenen Runden wird hier der Teilnehmerkreis bewusst geöffnet: Sowohl beim „2. Waldkircher Museumsgespräch“ im April als auch bei der Tagung „Vermittlung von Vergangenheit – gelebte Geschichte als Dialog von Wissenschaft, Darstellung und Rezeption“ im Juli in Bonn sollen Darsteller zu Wort kommen.
Waldkirch: Fragen zur Qualität
Natürlich ist nicht die gesamte Living-History-Szene nur in Museen präsent. Auch Reenactment, historische Feste oder Mittelaltermärkte bleiben meist außerhalb. Für Hochbruck hat das Fokussieren auf die Museumsebene aber einen logischen Hintergrund: „Schon allein wegen des Volksbildungsauftrages muss man bei Museen die Qualität extra betrachten“, sagt der Wissenschaftler. Mit anderen Worten: Gelingt es, für Auftritte von Darstellern in Museen allgemeingültige Definitionen, Anforderungsprofile und Qualitätskriterien festzulegen, gäbe es erstmals einen Rahmen, der für eine bestimmte Darstellergruppe verbindlich wäre. Ob sich daran auch alle anderen Akteure orientieren, stünde wiederum auf einem anderen Papier.
Was Hochbrucks Forschergruppe tut, ist eine wissenschaftliche Untersuchung des „Geschichtstheaters“ – so der Übersetzungsvorschlag der Freiburger für den Begriff Living History. Und den grenzen die Forscher nochmals auf „Museumstheater“ ein. Für die entsprechenden Formen historischer Inszenierungen als Theater, Führungen oder dem Vorführen von Rekonstruktionen soll im nächsten Jahr eine Typologie erscheinen. Mittelfristig wollen die Wissenschaftler auch Lehrmaterialien entwickeln, die unter anderem didaktische oder gar schauspielerische Aspekte für Darsteller und Museumspädagogen aufbereiten.
„Jetzt geht es uns vorerst nicht um ein allgemein gültiges Gütesiegel“, betont Hochbruck. Die Freiburger Forschergruppe hat das „2. Waldkircher Museumsgespräch“ initiiert. Der Untertitel macht den Schwerpunkt deutlich: „Qualitätsmanagement im Museumstheater“. „Die Museen werden irgendwann mit einem Qualitätskanon kommen. Da läuft schon einiges und wir wollen eine möglichst breite Beteiligung“, sagt Hochbruck. Im baden-württembergischen Elztalmuseum in Waldkirch sollen Wissenschaftler und Praktiker an einem Tisch zusammenfinden.
Ein gewisse Grundlage dafür hat die schon erwähnte Tagung in Kiekeberg geschaffen. Dort traf Frank Andraschko, Archäologe und Gründer der Agentur für angewandte Archäologie AGIL in Norddeutschland, diese Aussage: Was fehle, seien „exakte Qualitätsmerkmale, mit denen etwa Reenactmentgruppen und Living-History-Darsteller ihre Arbeit bewerten und verbessern können.“ Diese Merkmale zu entwickeln, sei Aufgabe von Wissenschaft und Museen. Die museale Nutzung von Living History, sagt Andraschko weiter, erfordere Standards – wenn auch nicht zwingend eine Zertifizierung.
Bonn: Dialog mit der Szene
Auf das, was in Waldkirch auf den Tisch kommen wird, könnte die Tagung im Landesmuseum Bonn aufbauen. Dort gehe es „vorrangig darum, gleichberechtigten Dialog zwischen Darstellergruppen und Fachwissenschaftlern zu eröffnen“, sagt Anja Lemcke vom Dachverband Archäologischer Studierendenvertretungen (DASV). Dieser Verband hat gemeinsam mit anderen archäologischen Institutionen die Tagung ins Leben gerufen. Vordergründig waren die schon vor einem Jahr – also unmittelbar vor der Paderborner Podiumsdiskussion – spürbaren Erschütterungen im Gefüge zwischen Darstellerszene und Fachwelt der Auslöser. „Das Verhältnis ist leider auf beiden Seiten von Vorurteilen geprägt“, sagt Lemcke.
Schon ein Blick auf jüngste Debatten im Internet zeigt: Bei Museen herrscht oft Misstrauen auf die Fähigkeiten und Konzepte der Akteure. Und bekommen selbst wiederum realitätsfernes Anspruchsdenken, aber auch eine fatale „Einkaufsmentalität“ vorgeworfen. Wie also können Darsteller publikumswirksam und trotzdem inhaltlich, pädagogisch sowie wissenschaftlich auf hohem Niveau in die Museumsarbeit einbezogen werden? Darum soll es in Bonn vor allem gehen.
Museumsbund mit grobem Regelwerk
Mit zwei Fachtagungen werden kaum alle Antworten gefunden. Doch die Chance ist da, dass Museumsexperten und Darsteller auf Augenhöhe zumindest die wichtigsten Fragestellungen umschreiben – und dauerhafte Formen des Austauschs finden.
Ob Freilichtmuseum oder klassisches Ausstellungshaus – für beide Formen steht die Qualität von Vermittlungsarbeit im Vordergrund. Soweit die lange gebräuchliche Theorie. Noch ziemlich jung ist ein Ansatz, um dieser Vermittlungsarbeit einen praxisorientierten Rahmen zu verleihen. Im vorigen Jahr gab der Deutsche Museumsbund den Leitfaden „Qualitätskriterien für Museen: Bildungs- und Vermittlungsarbeit“ heraus. An dem Werk haben auch die Verbände der Museumspädagogen und Kulturvermittler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mitgeschrieben.
Der Leitfaden erhebt einen sehr umfassenden Anspruch auf Umsetzung in der Museumsszene. Auch wenn nicht speziell nur Geschichtsmuseen gemeint sind, erlauben die dort aufgestellten Qualitätskriterien für museumspädagogische Angebote doch einige Rückschlüsse.
Zunächst eine banal anmutende Feststellung der Autoren: immer den Besucher und dessen Wünsche im Blick haben. Oft genug scheinen die Belange des Publikums bei den Debatten über den Nutzen der Living History zwischen die Räder zu geraten. Und immerhin sind die Vorteile der historischen Inszenierung – oder auch des Geschichtstheaters, wie es die Freiburger Forschergruppe formuliert – auch beim Museumsdachverband angekommen. Im Leitfaden tauchen unter den empfohlenen Vermittlungsmethoden auch Dinge wie „Historisches Spiel“, „Living History“, „Reenactment“, schauspielerische Umsetzungen sowie experimentelle Archäologie auf.
Schon hier tut sich aber eine begriffliche Engstelle auf. Während der Museumsbund also Reenactment ausdrücklich erwähnt, sind Wissenschaftler wie Wolfgang Hochbruck strikt dagegen. Für ihn sei „klassisches Reenactment“ eine Form des Geschichtstheaters, „deren Militär- und Schlachtenlastigkeit aus dem Museum verbannt bleiben sollte“, schrieb er in seinem Beitrag für die Tagung in Kiekeberg. Die Vermutung liegt nahe, dass die trennscharfe Unterscheidung , die der praxisnah arbeitende Hochbruck vornimmt, nicht die gleiche ist, wie sie die Leitfaden-Autoren übernommen haben. Es gibt sie eben noch nicht, die allgemeingültige Typologie, die Ross und Reiter eindeutig benennt.
Exkurs: Kulturvermittler in Museen
Der österreichische Verband der Kulturvermittler beschreibt das Berufsfeld seiner Mitglieder so: „Ein Kulturvermittler initiiert und gestaltet professionell eigeninitiativ und/oder auftragsorientiert Kommunikationsprozesse mit Besuchern über Objekte in Museen und Ausstellungen.“ Seit einigen Jahren bietet der Verband auch ein Gütesiegel an. Eine Kommission aus Verbandsmitgliedern entscheidet über die Zertifizierung. Alle fünf Jahre muss das Gütesiegel „verteidigt“, also der Nachweis sämtlicher Kriterien erbracht werden. Dazu gehört, dass die Vermittlungsarbeit als Beruf ausgeübt werden muss, außerdem ist eine vermittlungsspezifische Ausbildung erwünscht; und es werden mindestens ein Jahr belegte Praxisarbeit sowie die Vorlage eines Vermittlungskonzeptes verlangt.
Der Kölner Museumsdienst hat einen regelrechten Leitfaden für seine externen – also freiberuflichen – Mitarbeiter erstellt. Wer Besucher durch eines der Kölner Häuser führen oder museumspädagogische Kurse leiten will, braucht eine entsprechende Ausbildung, zum Beispiel in Kunstgeschichte, Geschichte oder Archäologie. Und hier tauchen sie wieder auf: die pädagogischen Fähigkeiten, die auch in Köln verlangt werden.
Der Museumsdienst macht deutliche Ansagen: „Bei der Auswahl unserer freiberuflichen Mitarbeiter spielen wissenschaftliche Ausbildung und pädagogische Fähigkeiten eine wichtige Rolle. Wir achten darauf, dass eine permanente Weiterbildung erfolgt und schaffen dafür auch die entsprechenden Angebote.“
Wer viel verlangt, muss auch etwas geben. Freiberufliche Kollegen sollten „adäquat honoriert“ werden, verlangt der Kriterienkatalog des Deutschen Museumsbundes. Mediamus, der schweizerische Verband der Kulturvermittler in Museen, hat Honorarempfehlungen aufgestellt, die österreichischen Kollegen haben ihre (ebenfalls empfohlenen) Honorarsätze gleich ins Internet gestellt: Je nach Aufwand und Leistung sollen die Vermittler 30 bis 60 Euro je Stunde verlangen können.
Das liebe Geld
Müssen nun alle Living-History-Akteure die Anforderungen erfüllen, die professionelle Vermittler oder Museumspädagogen bringen sollen? Und was dürften sie als Gegenleistung von ihren Auftraggebern verlangen? Diese Fragen werden in Waldkirch oder Bonn, wenn überhaupt, nur am Rande erwähnt. Dort passiert zunächst noch Grundlagenarbeit.
Doch zur Frage „Was ist eine gute und museumstaugliche Living-History-Darstellung?“ gehört langfristig auch ein Vergütungssystem. Eine schwierige Aufgabe für chronisch klamme Museen, aber auch eine Herausforderung für die Living-History-Szene selbst. Denn dort sind die meisten Darsteller lediglich in ihrer Freizeit in Sachen Geschichte unterwegs. Die meisten sind es seit jeher gewohnt, für ihre Auftritte allenfalls eine Fahrtpauschale zu bekommen oder gar völlig auf eigene Kosten anzureisen. Darauf sind freilich auch viele Museen inzwischen eingestellt – und buchen mit entsprechenden Modalitäten.
Eine Folge: professionell arbeitende Darsteller oder Gruppen, die besonders großen Aufwand für eine exakte Ausrüstung betreiben müssen, kämpfen bei Honorarverhandlungen oft gegen die sprichwörtlichen Windmühlen. Manchmal auch innerhalb der Szene, in der regelmäßig Debatten um „Hobbyisten“ einerseits und „Professionellen“ andererseits ausbrechen.
Nun gibt es eine Reihe von Museen – und hier sind die Freilichtmuseen naturgemäß Pioniere –, die einzelne Veranstaltungen nicht nur mit einer Handvoll Akteuren besetzen, sondern gleich mehrere hundert Menschen auf ihr Gelände holen. Würde man die Kriterien des Museumsbundes ansetzen, dann müsste jeder Darsteller dem Publikum als Kulturvermittler gelten. Aber kein Museum hat das Budget, um ein solches Aufgebot beispielsweise für zweitägige Einsätze angemessen zu bezahlen. Daran wird sich kaum etwas ändern. Aber auch dieses Dilemma zeigt, dass Kommunikation zwischen Museen und Living-History-Akteuren keine Einbahnstraße sein kann. Beide müssen ihre Bedürfnisse und Ziele deutlich machen. Ganz gleich, ob mit der Darstellung „nur“ ein Hobby gepflegt oder der Lebensunterhalt verdient wird. Denn das wiederum dürfte auch dem Publikum schnuppe sein.
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14 Kommentar(e) zum Thema
1.
Ralf Hucke
Nicht nur den unterschied zwischen “profis” un “Hobbyisten machen! Es gibt auch im Hobbybereich Gruppen und Einzeldarsteller, die einen professionellen Aufwand bei Ausrüstung und Logistik betreiben. Diese leistungen müssen aber auch über die Aufwandsentschädigungen abgedeckt werden.Viele Darsteller haben die Nase voll, nur als “Geschichts-Kasper” auf veranstaltungen aufzutreten(z.B.Trier:Wiki-Zelte auf einer Römer-Veranstaltung…?). wWer wirklich gute Darstellung betreiben will, sollte sich auch die Veranstaltungen genau auswählen und sein Angebot über dem Üblichen Axtwerfen und Schwertergertassel ansetzen,das hebt die Qualität und schafft unterschiede zu den Üblichen Marktveranstaltungen,die dann mehr Platz für IHRE Zielgruppe haben- ausserdem zeigt nicht die menge von Teilnahmen an wahllosen Veranstaltungendie Güte der Darstellung, sondern die Referenzen der Veranstalter.
Die Museen sprechen sich sowieso untereinander ab und holen Empfehlungen ein.
Wer dabei besteht, hat dann auch die Chance auf adäquate Gagen…
2.
Guenther Krause
“ Die Qualitätssicherungsinitiative bezieht sich auf Museumstheater, also auf jene Formen des Geschichtstheaters
/ Living History, die zur Vorführung in Museen gedacht und aufbereitet sind und dort aufgeführt
werden. Die populären ‘Mittelaltermärkte’ und das Hobby der Reenactments sind nicht gemeint und nicht
betroffen. Ziel der Qualitätssicherungsinitiative, an der sich Praktiker, Hobbyisten, Museumsleute und Fachwissenschaftler
beteiligen, ist qualitativ hochwertige Geschichtspräsentation in dem Rahmen, der vom
Volksbildungsauftrag der Museen vorgegeben wird.”
Dazu sage ich nur: “Aha!” Mehr nicht. Wer von den Museumsleuten will von sich behaupten, daß er respektive sie sich jemals vor den Ulfhednar überhaupt um Reenactment gekümmert hat. Man verzeihe mir die Benutzung dieses Wortes als allgemeinplatz. Wer von den selbsternannten Qualitätsmanagern wie Herrn Hochbruck will von sich behaupten das Rad erfunden zu haben? Wenn selbst Archäologen wie in Tilleda irgendwelche “Barbaren” engagieren, die alles zunichte machen was andere in mühsamer Kleinarbeit aufgebaut haben haben. Liebe Museumsqualitätsmanager: Setzt Euch doch erst einmal untereinanader hin und versucht erst einmal unter Euch Einigkeit zu erzielen.
FAßt doch selbst erst einmal eine Knochennadel zum Nähen an und näht, bevor Ihr Euch an so eine Aufgabe macht. Das was kommt ist doch nichts anderes als die Fortsetzung der Inquisition auf anderem Gebiet. “WAs ich sage und festgelegt habe ist richtig, weil nur ich als Fachidiot davon Ahnung habe.” Anders liest es sich bisher leider nicht.
Viel Spaß beim Stricken wünscht
Guenther Krause
3.
Marcel Schwarzenberger
@Guenther Krause
Nur so viel an dieser Stelle: Es geht diesmal ausdrücklich nicht um “Gütesiegel”, die “aus der Museumswelt” den Darstellern aller Art aufgedrückt werden sollen. Das wäre eine sträfliche Verallgemeinerung. Und: Es geht hier konkret um den Part der historischen Darstellung, wo Akteure und Museen in Berührung kommen. “Die” Szene als solches ist vorerst gar nicht so recht fassbar.
Das möchte ich nochmals betonen, bevor Kommentare an diesem Rad weiter drehen. Es gibt bei chronico.de ältere Beiträge zu dem gesamten Themengebiet, in dem schon entsprechend argumentiert wurde (die Links sind hier in der Artikelansicht angegeben).
Übrigens wurde bei diesen älteren Beiträgen aus der Szene heraus ja gerade bemängelt, dass die Fachwelt bei früheren Tagungen weitgehend unter sich blieb. Nun öffnen sich einige Beteiligte ganz offensiv der Living History Szene.
Zuletzt: Es ist meiner Meinung nach gleichfalls eine starke Verallgemeinerung, wenn den Museen und ihren Angestellten insgesamt eine bis vor kurzem noch andauernde Gleichgültigkeit gegenüber der Living History unterstellt würde.
4.
Andreas Sturm
Hallo!
Wie ein Qualitätsmanagement für Living History in Museen ausgestaltet werden könnte, darüber wird gerade auch im Forum Romanumqe diskutiert.
Weitere Beiträge sind herzlich willkommen.
Mit freundlichen Grüßen,
Andreas Sturm
5.
Torsten Kreutzfeldt
Guten Tag !
Wenn überhaupt etwas am Ende herauskommt, “wird es sich wohl eher um Richtlinien handeln”.
Ich nenne mal ein Beispiel: Es gibt sehr wohl gute Rahmenpläne, wie eine gute Schulbibliothek aussehen müsste. Die Wichtigkeit für die schulische Bildung steht außer Frage und ist in anderen Ländern bewiesen. Die Praxis allerdings sieht so aus:
Wenn es überhaupt eine gibt, sind weder die Rahmenpläne bekannt, noch gibt es eine ausreichende personelle oder finanzielle Chance diese zu realisieren. D.h. am Ende murkst jede Schule abhängig von Schulleitung, Schulverwaltung und Maßgaben der Landesregierungen vor sich hin. Manchmal ist die Existenz der wichtigen Einrichtung schlichtweg Zufall. Ein glücklicher !
Ich erwarte in unserem Hobby/Profession und bei der “Museumsbespassung” nichts anderes. Von Absprachen und Klüngeln mal ganz abgesehen (Das soll keine Wertung sein).
Ich bin schon froh, dass in den Ländern die Existenz der Archäologie gesichert ist. Und auch hier gibt es ein bedenkliches Auf und Ab wie Beispiele aus Mecklenburg-Vorpommern und Bayern gezeigt haben.
Und um die Ausgangsfrage zu beantworten: Ja, ich rede mit Museen und das beinahe täglich, aber ich rede nicht mehr mit allen. Und auch das aus guten Grund.